Wirtschaft

Telekom-Zahlung für Lichter-Charity?

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:30

Der Lobbyist Peter Hochegger soll 2007 über seine Agentur Valora eine verdeckte Spende an einen SPÖ-nahen Verein getätigt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin profil. Die Chefin der Organisation, Marika Lichter, wies die Vorwürfe unterdessen als "an den Haaren herbeigezogen" zurück.

Der Lobbyist Peter Hochegger soll 2007 über seine Agentur Valora eine verdeckte Spende an einen SPÖ-nahen Verein getätigt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin profil. Die Chefin der Organisation, Marika Lichter, wies die Vorwürfe unterdessen als "an den Haaren herbeigezogen" zurück.

Demnach sei im Rahmen einer Benefizgala ("Nacht der Wiener Wirtschaft") zugunsten des SPÖ-nahen Charity-Vereins "Wider die Gewalt" ein Bild um 7.000 Euro ersteigert worden - bezahlt worden sein soll es über Umwege von der Telekom, die Zahlung soll über die Valora geflossen sein.

Ungereimtheiten bei Gemälde-Versteigerung?

Dem Bericht zufolge ersteigerte am 17. Februar 2007 der Wiener Teppichhändler Ali Rahimi ein Bild des Malers Christian Ludwig Attersee um 7.000 Euro. Dem profil liegt ein Schreiben der Organisationschefin des Charity-Vereins (der Schauspielerin Marika Lichter) vor. Daraus gehe hervor, dass das Bild tatsächlich fünf Monate später von Hocheggers Agentur Valora bezahlt worden sei.

Hochegger habe gegenüber profil bestätigt, dass er seinerseits die 7.000-Euro-Spende der Telekom Austria verrechnet habe. Er habe Rahimi auf dessen Bitte hin Unterstützung für die Charity-Organisation durch die Telekom zugesagt. Laut Hochegger sei dies erfolgt, um über Rahimi "für meinen Kunden Telekom Austria die Beziehungen zum sozialdemokratischen Lager zu pflegen".

Verein weist Vorwürfe "entschieden" zurück

Rahimi gab gegenüber profil an, nicht gewusst zu haben, dass Hocheggers Spende von der Telekom Austria stammte. Er habe das Bild nach der Versteigerung Hochegger angeboten, weil er um dessen Vorliebe für Attersee-Bilder wusste, schreibt profil. Die Charity-Organisation "Wider die Gewalt" geht auf eine Initiative des damaligen SPÖ-Bundeskanzlers Franz Vranitzky aus dem Jahr 1990 zurück.

Aktueller Vereinsobmann ist der frühere Wiener SPÖ-Vizebürgermeister Sepp Rieder. Marika Lichter vom Verein "Wider die Gewalt" wies den profil-Bericht "entschieden" zurück. Es sei eine "an den Haaren herbeigezogene Geschichte" und eine "Ungeheuerlichkeit", sagte die für die Veranstaltungen des Vereins verantwortliche Managerin und Künstlerin. Auch sei der Verein völlig parteiunabhängig, betonte sie.

Hochegger ist "Attersee-Liebhaber"

Der Verein habe 2007 ein Bild Attersees gespendet bekommen, dies wurde dann bei der Veranstaltung versteigert, so Lichter. Da sich aber niemand gefunden habe, habe Rahimi dieses dann gekauft - "im Wissen, dass Hochegger ein Attersee-Liebhaber ist", so Lichter. Sie selbst habe davon damals aber gar nichts gewusst. Sie könne sich nicht darum kümmern, woher die Gelder bei Auktionen kommen.

Der Verein habe seit 23 Jahren "jeden Cent abgerechnet", betonte Lichter. Der Reinerlös aller Charity-Veranstaltungen werde transparent und öffentlich aufgelistet und sei in den Tätigkeitsberichten einsehbar, erklärte Lichter darüber hinaus in einer Aussendung.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen