So leicht hat Pedro Martinez (ATP 116) in seiner Karriere wohl noch nie einen Match gewonnen. Beim Challenger-Turnier in Malaga gewinnt der Spanier gegen Benoit Paire (ATP 123) den ersten Satz mit 6:0, ehe der Franzose beim Stand von 2:4 aus seiner Sicht im zweiten Satz vorzeitig aufgibt. Was Paire bis zu seiner Aufgabe zeigt, ist jedoch auch für den als Skandalnudel bekannten Tennis-Profi außergewöhnlich.
Gleich mehrfach schlägt der 34-Jährige die einfachsten Bälle meterweit ins Out. Bei anderen Ballwechseln versucht er gar nicht erst, den Punkt zu gewinnen und lässt das Ganze lustlos über sich ergehen. Insgesamt gewinnt Paire im ersten Satz lediglich sechs Punkte, es ist ein Auftritt, der an Arbeitsverweigerung grenzt.
Im zweiten Durchgang steigert sich der Skandal-Profi zumindest zu Beginn. Bei 2:2 kommt er zu vier Breakbällen, die er aber allesamt nicht nutzen kann. In der Folge wird Paire selbst gebreakt zum 2:4, ehe er endgültig genug hat und kapituliert.
Der Lustlos-Auftritt des Routiniers aus Avignon bleibt in der Sportwelt nicht unbemerkt. Während die "Marca" das Ganze als "trauriges Spektakel" betitelt, spricht "Mundo Deportivo" sogar vom "Tiefpunkt", den Paire mit einer "bedauerlichen Leistung" erreicht hätte. Laut der spanischen Zeitung sei die Darbietung Paires ein "erbärmliches Schauspiel" gewesen, welches das Publikum empörte und seinen einheimischen Gegner "ratlos zurückließ".
Auch auf Social Media wundern sich viele Tennisfans über das demotivierte Verhalten des Franzosen. "Er sollte lebenslang von der ATP-Tour suspendiert werden", heißt es in einem Kommentar. In einem anderen unterstellt ein User auf X (ehemals Twitter) Paire Wettbetrug und fragt: "Wieviel Geld hast du dafür bekommen?"
Weitere Fans sind einfach nur empört und kritisieren die Veranstalter, den Skandalprofi überhaupt ans Turnier eingeladen zu haben. "Der Typ ist eine Schande für das Profi-Tennis", schreibt ein User. Paire selbst äußert sich nach dem Out in Malaga auf Instagram ebenfalls. Es sei aktuell eine etwas "komplizierte Zeit" schreibt der Franzose. "Ich fühle mich gerade nicht gut im Kopf, wenn ich auf einen Tenniscourt gehe", fährt Paire fort und betont, es liege nun an ihm, dafür Lösungen zu finden, um wieder Spaß zu haben.