Tennis-Stars stempeln Djokovic als Simulanten ab

Tennis-Superstar Novak Djokovic.
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Die Nummer 1 steht in der Kritik. Novak Djokovic hatte eine Muskelverletzung beklagt, danach eindrucksvoll gewonnen. Das sorgt für Unmut.

Novak Djokovic steht im Viertelfinale der Australian Open! So weit nichts Außergewöhnliches. Schließlich ist der Titelverteidiger die Nummer 1 der Welt. Im Vorfeld seiner Achtelfinal-Partie gegen den Kanadier Milos Raonic hatte der Serbe seine Fans allerdings nervös gemacht.

Djokovic hatte über Schmerzen geklagt, am Samstag das Training ausgelassen um sich stattdessen röntgen zu lassen. Die befürchtete Bauchmuskelzerrung ließ seine Anhänger zittern.

Dann fegte er über Raonic 7:6, 4:6, 6:1, 6:4 hinweg und beseitigte alle Zweifel an seinem Fitnesszustand. Was für viele übrig blieb, war ein fahler Nachgeschmack. Vor allem bei der Konkurrenz.

Große Tennis-Spieler äußerten seither Bedenken, stellten Djokovic sogar als Simulanten hin. Der prominenteste unter ihnen: Rafael Nadal. Der Spanier sagte: "Für den Zuschauer kam das irgendwie seltsam rüber." Stefanos Tsitsipas wurde da schon deutlicher: "Ich weiß nicht, ob er tatsächlich verletzt ist." Der Australier Thanasi Kokkinakis, bester Freund von Tennis-Rüpel Nick Kyrgios, nahm sich kein Blatt vor den Mund: "In zwei Tagen einen Muskelriss ausheilen?! Bring mir das bei." Der Amerikaner Taylor Fritz sagte: "Wäre er wirklich verletzt, hätte er nicht weitergespielt."

Die Tennis-Rivalen stören sich an der Theatralik des "Djokers". Der 33-Jährige hatte im Vorjahr mehrmals für Aufregung gesorgt. Seine Adria Tour entpuppte sich im Sommer als Corona-Superspreader-Event. Bei den US Open wurde er wegen eines Schlages, der eine Linienrichterin am Kehlkopf traf, disqualifiziert. Auf einem Foto posierte er mit einer Schnapsflasche, auf die ein umstrittener Kriegsgeneral aufgedruckt war, was in Serbiens Nachbarländern als Provokation aufgefasst wurde. Seine Spielergewerkschaft spaltete die Tennis-Profis. Sein Vater Srdjan Djokovic wetterte mehrfach gegen Konkurrenten seines Sohnes – darunter auch Dominic Thiem. Auslöser: Ihn störte, dass die Fans im Australian-Open-Finale auf der Seite des Lichtenwörthers standen. 

Ein Jahr später ist Djokovic zurück in Melbourne. Sein Standing in der Tennis-Elite scheint nach einem Jahr voller Aufreger nicht mehr das allerbeste zu sein.

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