Er backte Crepes

Tennis-Wunderkind verliert Duell gegen Mann

Mirra Andreeva ist mit 16 Jahren die Nummer 57 der Tennis-Welt. Das Duell mit dem 1.146 der Herren-Weltrangliste verlor die Russin.
Sport Heute
20.12.2023, 08:42
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Für die Tennis-Fans im französischen Bourg-de-Péage lohnte sich der Ausflug zum Finaltag des Exhibitionturniers. Die Zuseher wurden Augenzeuge eines außergewöhnlichen Geschlechter-Duells.Das russische Supertalent Mirra Andreeva, Nummer 57  trat gegen Lokalmatador Yanis Ghazouani Durand (ATP 1.146) an. Das Tennis-Wunderkind verlor mit 5:7 und 2:6. Trotz der Niederlage räumte die 16-Jährige die Sieger-Trophäe ab.

Mann sprang ein

Geplant war das seltene Kräftemessen zwischen einer Frau und einem Mann aber nicht. Andreeva hätte im Exhibition-Endspiel eigentlich gegen Marta Kostyuk (WTA 33) antreten sollen, doch die Ukrainerin zog sich kurzfristig zurück. "Aus Gründen, die nicht in unserer Macht liegen, und angesichts der geopolitischen Lage in der Ukraine wird Marta Kostyuk nicht zu unserem diesjährigen Endspiel antreten", kommunizierten die Organisatoren.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie mittlerweile durchsickerte, hatte sich Kostyuk nach ihrem gewonnen Halbfinal zunächst bereit erklärt, im Endspiel anzutreten. Wohl wissend, dass sie im Finale entweder auf Andreeva oder auf die gebürtige Russin Varvara Gracheva treffen würde. Die 21-jährige Kiewerin machte aber klar, dass sie auf den obligaten Handshake mit ihrer Gegnerin nach der Partie verzichten würde.

Kostyuk verzichtet seit dem Kriegsbeginn in ihrer Heimat stets aufs Händeschütteln mit Gegnerinnen aus Russland oder Belarus. Bei den letzten French Open wurde sie deshalb nach ihrem Spiel gegen das weißrussische Tennis-Ass Aryna Sabalenka vom Pariser Publikum gnadenlos ausgepfiffen.

Die Turnierveranstalter in Bourg-de-Péage akzeptierten Kostyuks Handshake-Verzicht, doch die Ukrainerin selbst teilte am Sonntagmorgen ihren Rückzug vom Finale mit. Wie Xavier Coffin, lokaler Journalist und Teil der Turnierorganisation, auf X schrieb, sei Kostyuk auf Social Media nach Feststehen der Finalpaarung angefeindet worden. "Marta geriet unter enormen Druck. Aufgrund der Drohungen im Netz ist ihr nicht zum Spielen zumute", teilte Coffin mit.

Die Final-Absage der Ukrainerin kam für die Organisatoren so überraschend, dass sie kurzfristig umdisponieren mussten. Ghazouani-Durand weilte als Sparringspartner für die Profis vor Ort und wurde dann ins kalte Wasser gegen Andreeva geworfen.

Die Russin gab ihr Okay und trat dann unverhofft gegen einen Mann an. Auch für Ghazouani-Durand kam das Duell überraschend. "Ich war gerade dabei, Crepes zu backen, als mir gesagt wurde, dass ich gegen Mirra Andreeva spiele", meinte der Franzose gegenüber Tennisactu.net.

Dass sich Frauen und Männer im Profitennis gegenüberstehen, kommt höchst selten vor. Neben Duellen in Mixed-Doppel gab es in der Vergangenheit nur vereinzelt Exhibition-Matches mit Vertretern von beiden Geschlechtern. So bestritt etwa Polens Frauen-Star Iga Swiatek 2021 ein einzelnes Tiebreak gegen ihren Landsmann Hubert Hurkacz, welches sie gewinnen konnte. Serena und Venus Williams spielten in jungen Jahren 1998 am Rande des Australian Open gegen den Deutschen Karsten Braasch jeweils einen Satz, blieben aber chancenlos.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 20.12.2023, 19:24, 20.12.2023, 08:42
Mehr zum Thema