Gelockerte Reisebedingungen, permanente Hitze und Ferien: Viele Niederösterreicher wollen in den Urlaub. Dafür gibt es allerdings ein ganz wesentliches Dokument, das seit Pandemiebeginn von vielen nicht mehr genutzt wurde, den Reisepass. Zahlreiche Einheimische mussten dabei jetzt kürzlich feststellen, dass ihrer bereits abgelaufen ist.
Die Folge: Der Run auf die Bürgerservice-Stellen der Bezirkshauptmannschaften ist enorm. Fast überall muss man lange auf einen Termin warten. In St. Pölten etwa aktuell rund drei Wochen, in kleineren Außenstellen wie jener der BH Gänserndorf in Zistersdorf sogar über ein Monat. Auch Nachhaken bringt wenig, die Termine sind komplett ausgebucht.
In der Landeshauptstadt werden aktuell täglich 500 Anliegen, 80 Reisepässe oder Personalausweise sowie 50 Handysignaturen pro Tag abgefertigt. Hinzu kommt die hohe Nachfrage nach der Aktivierung der Handysignatur für den Grünen Pass. Aufgrund der erwarteten hohen Nachfrage wurden die Kapazitäten bereits vorab erweitert. Die 80 Reisepässe täglich sind in St. Pölten doppelt so viel wie im Normalbetrieb.
Generell sind in Österreich im Jahr 2020 rund 1 Million Reisepässe abgelaufen und haben damit ihre Gültigkeit verloren. In Niederösterreich sind es rund 190.000 Reisedokumente. Die Pandemie mit dem damit verbundenen Notbetrieb der Behörden im vergangenen Jahr hat die Situation zusätzlich verschärft, indem sich die Neuausstellung auf heuer verschoben hat. Beruhigen dürfte sich die Lage erst im Herbst wieder.