Terrier beißt seinem Frauchen Nasenspitze ab

Nähte dünner als ein Haar: Nur durch eine chirurgische Meisterleistung konnte die abgebissene Nasenspitze der Steirerin gerettet werden.

Bei der Fellpflege biss der Terrier plötzlich zu und riss seinem Frauchen die Nase ab. Mit dem Stück im Maul, suchte der Hund das Weite. Während die verletzte Steirerin von einem Notarzthelikopter auf schnellstem Weg in das LKH Graz geflogen wurde, jagte ihr Mann dem flüchtigem Vierbeiner hinterher.

Es gelang dem Steirer seinem Hund das abgetrennte Organ wieder abzuluchsen. Das Amputat wurde "separat in einem Sack" mit dem Rettungsauto hinterhergeschickt.

Die Bisswunde ging sogar noch weiter: Sogar die Oberlippe war durchtrennt worden, diese sei "weggeklappt" gewesen, beschreibt Chirurg Raimund Winter gegenüber dem "ORF" die Verletzung.

"Suche nach der Nadel im Heuhaufen"

"Damit die angenähte Nasenspitze wieder richtig durchblutet wird, braucht es intakte Gefäße. Und diese sind wiederum bei einem derartig kleinen Amputat nicht leicht zu finden", so Winter weiter und spricht von einer Suche "nach der Nadel im Heuhaufen."

Video: Nasenspitze nach Hundebiss wieder angenäht.(Quelle: APA/ORF)



Zum Glück für die Patientin hatten die geschulten Mediziner Erfolg. Eine Arterie und eine Vene konnten mit vier Stichen wieder verbunden werden. Der verwendete Faden war dabei dünner als ein menschliches Haar, weshalb der Eingriff unter einem Mikroskop durchgeführt werden musste.

"Wären die Gefäße nur ein klein wenig dünner gewesen, hätten wir sie nicht mehr verbinden können", so Winter weiter. Und sein Kollege, der plastische Chirurg Thomas Rappl, erklärt, dass so ein Einsatz nur mit einem" höchst eingespielten Team" erfolgreich sein kann.

Signale des Hundes ignoriert

Derzeit sieht es danach aus, dass die Nasenspitze der Steirerin gerettet werden konnte. Sie selbst ist begeistert von der Leistung der behandelnden Ärzten. "Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass ich so viel Glück im Unglück hatte. Für mich sind die Ärzte wirkliche Koryphäen."

"Jeder, der mit Hunden zu tun hat, sollte auf die Signale hören, die das Tier aussendet." Sie selbst habe diese ignoriert, erinnert sich die Steirerin und mahnt zur Vorsicht, denn auch der bravste Hund könne in einer Ausnahmesituation zubeißen. In Zukunft will sie verhaltener agieren, denn ein weiteres Trauma würde das frisch angenähte Nasenspitzerl nicht verkraften.

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(red)

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