Terror-Alarm in London: Verdächtiger schweigt

In London ist ein Pkw in eine Absperrung vor dem Parlament gerast. Es gibt Verletzte, ein Mann wurde verhaftet. >>>
Großalarm in London: Vor dem Parlament krachte ein silberner Ford Fiesta um 8.37 Uhr (österreichischer Zeit) in die Sicherheitsabsperrung. Die Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei eilte zum Tatort, im Laufe des Vormittags ging die Polizei von einem Terror-Verdacht aus.

Terror-Einheit übernimmt Ermittlungen

Die Behörden waren zunächst vorsichtig, es hätte sich auch um Sekundenschlaf gehandelt haben können. Zwei Stunden nach dem Vorfall teilte die Londoner Polizei mit, dass die Anti-Terror-Einheit die Ermittlungen übernommen hat.

Terror-Verdacht bestätigt

In einer Aussendung kurz vor Mittag verriet die Polizei weitere Details: Der Terror-Verdacht wurde offiziell bestätigt. Die Einsatzkräfte ermitteln unter dem Titel "terror incident". Der Mann, Ende 20, wurde aufgrund des Verdachts terroristischer Straftaten festgenommen. Er war allein im Auto, Waffen wurden nicht gefunden.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Verdächtiger nicht kooperativ

Der Verdächtige wurde in einer Polizeistation im Süden Londons befragt. Wie der Chef der Londoner Polizei kurz nach Mittag in einer kurzen Pressekonferenz verriet, verhielt sich der Mann "unkooperativ". Später wurde bekannt, dass er aus den Midlands, dem zentralen Teil Englands rund um Birmingham stammen soll.

Die Polizisten vor Ort waren bewaffnet und hatten ein großes Areal rund um den Tatort komplett abgeriegelt. Ein Korrespondent der Plattform "Euronews" war vor Ort und berichtete, dass ein Mann verhaftet wurde. Auch Feuerwehr und Rettungskräfte waren vor Ort.

Gegen 14 Uhr wurde das Tatfahrzeug abtransportiert.

Video des Verdächtigen

Kurz nach dem Aufprall hatten sich die Polizisten dem silbernen Ford Fiesta genähert, mit dem Fahrer gesprochen und ihn dann festgenommen. Videoaufnahmen zeigten einen Mann mit dunkler Hautfarbe, der von den Polizisten abgeführt wurde (siehe Diashow oben).

Kein normaler Unfall

Eine Augenzeuge sagte dem Sender "SkyNews": "Das Auto ist mit hoher Geschwindigkeit in die Absperrung gerast. Die Polizei zögerte zuerst, sich zu nähern. Rauch kam aus der Motorhaube, es war alles sehr dramatisch." Auf die Frage, ob er glaubt, dass es sich um einen normalen Autounfall handeln könnte, sagte der Mann: "Nein, nein, nein."

80 km/h schnell

Eine weitere Zeugin wird noch deutlicher: "Ich war am Straßenrand, als ich ein Geräusch und Schreie hörte. Ich drehte mich um und sah das silberne Auto, das sehr schnell in die Absperrung raste. Ich glaube, dass der Crash Absicht war." Ein dritter Augenzeuge schätzt, dass das Auto etwa 80 km/h schnell war.

Drei Verletzte

Die Londoner Polizei teilte mit, dass mehrere Passanten verletzt worden sind. Auch Radfahrer sollen darunter sein. Ein Mann wurde vor Ort behandelt, ein weiterer und eine Frau mussten ins Spital eingeliefert werden. Der verletzte Mann konnte gegen Mittag wieder entlassen werden. Die Frau hat schwerere Verletzungen erlitten und muss im Krankenhaus bleiben. Sie schwebt nicht in Lebensgefahr.

U-Bahn gesperrt, Parlament in Sommerpause

Die U-Bahnstation Westminster wurde gesperrt, Busse wurden großräumig umgeleitet. Erst kurz vor 15 Uhr konnten die U-Bahnen ihren Betrieb in der Station wieder aufnehmen, die Busse, die direkt am Tatort vorbeifahren, müssen noch weiter einen Umweg nehmen.

Im Parlament selbst läuft derzeit der Sommerbetrieb. Die meisten Politiker dürften nicht vor Ort sein. Seit dem Anschlag im März 2017 wurden vor dem Areal Barrieren aus Stahl und Beton errichtet.

Premierministerin Theresa May twitterte ihr Mitgefühl, befindet sich jedoch derzeit in der Schweiz auf Urlaub. An einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrates, das um 15 Uhr stattfinden wird, wird sie nicht teilnehmen.

Lob für die Polizei

Die "Houses of Parliament" sind - auch nach dem Terroranschlag im Vorjahr - natürlich eines der bestbewachtesten öffentlichen Gebäude Englands. Londoner auf Twitter loben die Polizei für ihre schnelle Reaktion auf die heutigen Vorfälle. Da zu jeder Zeit Patrouillen im Regierungsviertel unterwegs sind, waren sie nach dem Vorfall "in Sekundenschnelle" vor Ort.



Video vom verunfallten Auto vor dem Parlament







(red)

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