In einem Autobus in Tel Aviv hat sich am Mittwoch eine Explosion ereignet. Krankenwagen rasten zum Ort des Geschehens. Die Polizei sprach von einem Terrorangriff.
Bei einem Bombenanschlag auf einen Autobus in Tel Aviv sind am Mittwoch nach Medienberichten mindestens 17 Menschen verletzt worden. Drei Menschen erlitten den Berichten zufolge schwere Verletzungen. Sanitäter kümmerten sich vor Ort um Verletzte, Krankenwagen brachten Opfer ins Krankenhaus. Der Anschlag ereignete sich auf dem Shaul-Hamelech-Boulevard im Zentrum Tel Avivs.
Der israelische Rundfunk meldete, es handele sich nicht um einen palästinensischen Selbstmordanschlag. Möglicherweise habe ein Attentäter eine Bombe gelegt und sei entkommen. Die Fenster des Busses seien von der Wucht der Explosion zersplittert. Fernsehbilder zeigten den beschädigten Bus, aus dem dichter Rauch aufstieg. Die Polizei bestätigte zunächst lediglich, dass eine Explosion gegeben habe. Ein Regierungssprecher sprach von einem "terroristischen Angriff".
Israel hatte vor einer Woche seine Militäroffensive gegen Ziele im Gazastreifen begonnen, um damit den Raketenbeschuss von palästinensischer Seite zu stoppen. Auch der Großraum Tel Aviv war beschossen worden. Im Gazastreifen wurden Freudenschüsse abgegeben, nachdem lokale Radiosender die Nachricht von der Busexplosion in Tel Aviv verbreitet hatten.
Terrorverdächtigen festgenommen
Die Polizei nahm rund eine halbe Stunde nach der Explosion einen Terrorverdächtigen in der Nähe des Anschlagsortes fest. Die Polizei sucht allerdings nach einem weiteren Verdächtigen. Augenzeugen berichteten, eine Person habe eine Bombe platziert und sei davongelaufen. Der arabische Fernsehsender Al-Arabiya meldete, dass sich eine Frau unter den Terrorverdächtigen befinden.
Der Sprecher der radikalislamischen Hamas, Sami Abu Zuhri, hat den Anschlag auf den Bus in Tel Aviv begrüßt. "Hamas segnet die Märtyrer-Operation gegen Tal Arabee (Tel Aviv). Diese heldenhafte Operation ist eine natürliche Reaktion auf das Massaker an der Familie Dalu und die Angriffe auf Zivilisten, Frauen und Kinder in Gaza", erklärte Abu Zuhri. Der Hamas-Sprecher bezog sich unter anderem auf einen israelischen Luftangriff auf das Haus der Familie Dalu in Gaza, bei der am Sonntag elf Menschen getötet wurden, darunter neun Mitglieder der Familie. Fünf Kinder waren unter den Toten.
"Heroischer Märtyrer-Angriff"
"Wir weisen alle westlichen Verurteilungen dieses heroischen Angriffs (auf Tel Aviv) zurück", fügte Abu Zuhri hinzu. Die Hamas habe nie gesagt, dass sie ihre "Märtyrer-Angriffe" einstellen werde, angesichts der andauernden Angriffe auf die palästinensische Zivilbevölkerung durch die Besatzer, so der Hamas-Sprecher.
Die Polizei sucht weiter nach zwei Verdächtigen. Die Explosion ereignete sich an der Ecke Shaul Hamelech- und Henrietta Szold-Straße. Augenzeugen berichteten, eine Person habe eine Bombe platziert und sei davongelaufen. Die Sicherheitsstufe rund um den Israelische Verteidigungszentrums-Komplex Kirya wurde angehoben. Die Schulen wurden angewiesen, die Schüler bis auf weiteres nicht ins Freie zu lassen. Außerdem wurde das nahegelegene Azrieli Center abgeriegelt.
Zuletzt wurde die israelische Wirtschaftsmetropole von einem schweren Bombenanschlag im April 2006 erschüttert. Damals tötete ein palästinensischer Selbstmordattentäter elf Menschen bei einem Busbahnhof.