Test Alpine A110S: Renaults leistbarer Sportler wird stärker

Die Alpine A110 ist ein reinrassiger Sportwagen für fast jedermann. Mit der S-Version wird sie noch etwas heftiger.

Mit der Wiederbelebung der Marke Alpine vor drei Jahren hat Renault einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Die ersten 25.000 Stück waren damals in nur vier Tagen ausverkauft, die Wartezeit auf Nachschub betrug später über ein Jahr. Jetzt gibt es die A110 S mit mehr PS.

Bei der neuen Version haben die Ingenieure nur ein paar Kleinigkeiten verändert, doch die merkt man im Vergleich zur herkömmlichen Alpine sofort. Sie ist deutlich härter und noch kraftvoller, und verlangt dem Fahrer eine gehörige Portion Können und Konzentration ab, wenn man es sportlich angehen will. Ans Limit sollte man aber nur auf der Rennstrecke gehen, denn die A110 S ist kein Auto für ungeübte Angeber.

Angetrieben wird sie weiterhin von einem 1,8 Liter großen Turbobenziner mit vier Zylinder, der in der Mitte sitzt. Ein Hinterradantrieb und ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das sich dank großer Wippen auch hervorragend präzise von Hand schalten lässt, sorgen für optimales Handling bei nur 1.114 Kilogramm Gewicht.

Mehr Druck, mehr Power

Doch bei der S-Version wurde der Ladedruck um 0,4 bar erhöht und so die Leistung um 40 PS auf 292 PS gesteigert. Damit dreht der Motor auch um 400 Umdrehungen höher, das Leistungsgewicht beträgt nun nur noch 3,8 Kilogramm statt 4,3 bis 4,5 Kilogramm pro PS bei den Versionen Pure und Légende.

Die Alpine A110 S wurde auch um 4 Millimeter abgesenkt, das Sportfahrwerk vorne und hinten neu abgestimmt: Sowohl die Federn als auch die aus Gewichtsgründen hohlgebohrten und dennoch steiferen Querstabilisatoren sind für noch höhere Lenkpräzision ausgelegt. Um 50 Prozent steifere Schraubenfedern und entsprechend abgestimmte Dämpfer vervollständigen das Fahrwerks-Upgrade, berichten die Ingenieure stolz.

Wie bereits erwähnt, ist das kein PR-Versprechen. Mitfahrern bleibt die Luft weg. Nicht nur bei der Beschleunigung und der Kurvenlage, sondern auch beim Anbremsen von Kurven. Die Brembo-Hochleistungsbremsen mit 320 Millimeter Durchmesser erlauben extrem spätes Bremsen, ohne dass das man die Kontrolle über den Wagen verliert.

Nur eine Farbe

Diese Leistungssteigerung kostet natürlich extra, allerdings bewegt sich alles noch im verträglichen Rahmen: Während die die A110 bei 61.200 Euro beginnt, kostet die A110 S 72.900 Euro. Das ist natürlich kein Taschengeld, aber für diesen Preis bekommt man sonst nirgends soviel pure Sportlichkeit und Exklusivität. Da redet man bei anderen Marken schon von sechsstelligen Beträgen.

Wem übrigens der Matt-Farbton "Gris Tonnerre" ("Grauer Blitz") gefällt, hat Glück: Es ist die einzige Farbe, in der es die A110 S gibt. Abgesehen von den limitierten "Color Editions", bei denen jetzt jedes Jahr eine einzige, neue Sonderlackierung aufgelegt wird. 2020 ist es ein Sonnenblumen-Gelb. Was es 2021 wird, steht noch nicht fest.

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