Test-System an unseren Schulen völlig kollabiert

Nach Fehlstart des neuen Test-Anbieters wird an Eltern appelliert, ihre Kinder am Wochenende privat testen zu lassen.
Nach Fehlstart des neuen Test-Anbieters wird an Eltern appelliert, ihre Kinder am Wochenende privat testen zu lassen.picturedesk.com
Seit dieser Woche laufen PCR-Tests an Schulen über einen neuen Anbieter. Der legte direkt einen Fehlstart hin, meldete viel zu wenige positive Fälle.

15.852 Neuinfektionen meldete das Gesundheitsministerium gestern – eine Zahl, so viel wert wie ein Corona-Horoskop. Denn die (meisten) Schultests sind wegen eines beispiellosen Testchaos gar nicht erfasst…

Neuer Anbieter scheitert

Die "ARGE für molekulare Diagnostik" hatte erst nach den Weihnachtsferien das PCR-Testprogramm in allen Bundesländern außer Wien übernommen. Schon in Woche eins gab es allerdings massive technische Schwierigkeiten bei der Ergebnis-Auswertung.

Lehrer-Aufstand

Erste Proteste kamen aus den Schulen: Lehrer und Direktoren ärgerten sich, dass sie 48 und mehr Stunden auf Testergebnisse warten mussten, oft gar keine bekamen. Ein Schulbetrieb sei so nicht aufrechtzuerhalten.

Chaos

Die Beschwerden riefen das Bildungsressort auf den Plan, das sich mit scharfer Kritik meldete: Daten seien "zu spät, fehlerhaft und unvollständig an die Schulstandorte" übermittelt worden. Und: "Die Leistungsanforderungen von Seiten der Bietergemeinschaft wurden nicht erfüllt. Dem Bildungsministerium wurde eine nicht nachvollziehbar niedrige Zahl an positiven Fällen gemeldet." Wie viele Tests nicht ordnungsgemäß abliefen, weiß man nicht. Aber bei mehr als 1,1 Millionen zu testenden Schülern dürften es zigtausend sein.

Konsequenzen

Das Ministerium prüft rechtliche Schritte gegen die "ARGE". Diese gibt Probleme zu, will sie in den nächsten Tagen lösen. Antigentests Um die Sicherheit an den Schulen zu gewährleisten, führen die Schüler ab sofort täglich Antigentests durch. Positive werden PCR-nachgetestet.

Appell an Eltern

Das Ministerium ersucht, am Wochenende privat PCR-Tests durchzuführen.

Wer jetzt an Schulen testet

Erst ein Rechtsstreit hat dazu geführt, dass ein neuer Anbieter die PCR-Tests an den Schulen durchführt. Die Geschichte: Bis vor den Weihnachtsferien waren in NÖ, OÖ und den Wiener Volksschulen die Covid-Fighters zuständig. Ab der 5. Schulstufe testeten die Schüler in Wien mit "Alles gurgelt" von Lifebrain. In den restlichen sechs Bundesländern war Novogenia verantwortlich. Lifebrain erhob zweimal Einspruch gegen die Vergaben.

Ergebnis: Die Beschaffungsagentur des Bundes schrieb den Auftrag neu aus. Sieger: die "ARGE für molekulare Diagnostik" mit Sitz in Bergheim (Sbg.). Mitglieder: die "Procomcure Biotech GmbH", die "Hygienicum GmbH" (auf Lebensmittelsicherheit spezialisiert), die "Confidence DNA-Analysen GmbH" (Spezialistin für Vaterschaftstests) und die "Tauernkliniken GmbH". Sie testet seit dieser Woche in acht Bundesländern. Nur Wien setzt weiter auf "Alles gurgelt" – mit Erfolg.

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