Teuerungen ohne Ende – was jetzt wirklich Luxus wird

Grundnahrungsmittel sind teilweise bis zu 35 Prozent teurer geworden.
Grundnahrungsmittel sind teilweise bis zu 35 Prozent teurer geworden.Frank Hoermann / dpa Picture Alliance / picturedesk.com
Im Juli sind die Preise in Österreich um unfassbare 9,3 Prozent gestiegen. Laut Statistik Austria ist das der höchste Wert seit Anfang 1975!

"Im Juli 2022 ist die Inflationsrate auf 9,3 Prozent geklettert. Damit wurde die höchste Teuerungsrate seit Februar 1975 gemessen. Stärkste Treiber der Inflation sind nach wie vor die Treibstoffpreise, allerdings stagniert der Preisanstieg hier auf hohem Niveau, während sich die Preisspirale bei Haushaltsenergie und in der Gastronomie im Juli merklich – und etwas weniger stark auch bei Nahrungsmitteln – weitergedreht hat. Besonders spürbar ist die Teuerung beim wöchentlichen Einkauf: Der Preisanstieg des Miniwarenkorbs, in dem neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthalten sind, war im Juli mit +19,1 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Inflation“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Fürs Tanken zahlen wir 63 Prozent mehr als vor einem Jahr

Der Anstieg der Preise für Verkehr betrug +21,8 Prozent. Die Treibstoffpreise stiegen im Juli um +63,1 Prozent. Für gebrauchte Kraftwagen zahlte man um 24,7 Prozent, für neue Pkw um 8,9 Prozent mehr. Flugtickets kosteten um 32,1 Prozent mehr. Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 5,0 Prozent.

Wohnung, Wasser, Energie verteuerte sich durchschnittlich um 12,5 Prozent und damit deutlich stärker als im Juni (+10,3 Prozent). Dazu trug vor allem der Preisauftrieb für Haushaltsenergie bei, der im Juli bei +34,4 Prozent lag. Ausschlaggebend dafür war die Preisentwicklung von Strom (+10,0 Prozent) und für feste Brennstoffe (+59,2 Prozent). Die Heizölpreise blieben hin-gegen nahezu unverändert hoch (+108,5 Prozent), ebenso die Gaspreise (+71,5 Prozent). Fernwärme kostete um 17,8 Prozent mehr. Bei der Instandhaltung von Wohnungen gab es weitere Preisschübe (+13,5 Prozent), die hauptsächlich von höheren Materialkosten verursacht wurden (+16,1 Prozent).

Inflation Wohnen, Wasser, Energie Juli 2022
Inflation Wohnen, Wasser, Energie Juli 2022Heute

Essen und Trinken – Preise steigen um 12,2 Prozent

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 12,2 Prozent, etwas mehr als im Juni (+11,3 Prozent). Nahrungsmittel kosteten im Juli (+12,1 Prozent) geringfügig mehr als im Juni (+11,5 Prozent). Die Preise für Fleisch stiegen um 13,9 Prozent und jene für Milch, Käse und Eier insgesamt um 17,4 Prozent. Für Brot und Getreideerzeugnisse musste um 11,2 Prozent mehr bezahlt werden und für Gemüse um 12,5 Prozent.

Öle und Fette verteuerten sich um 25,1 Prozent (darunter Butter +35,2 Prozent). Weniger stark stiegen die Obstpreise (+5,0 Prozent). Deutliche Teuerungen gab es bei alkoholfreien Getränken (+12,8 Prozent). Ausschlaggebend dafür war ein Preisschub für Limonaden (+14,0 Prozent). Kaffee kostete ebenfalls um 14,0 Prozent mehr.

Inflation Lebensmittel Juli 2022
Inflation Lebensmittel Juli 2022Heute

Auch Urlaub wird zunehmend unleistbar

In Restaurants und Hotels war durchschnittlich um 9,3 Prozent mehr zu zahlen, als im Juni (+8,7 Prozent). Als hauptverantwortlich dafür erwiesen sich deutlich teurere Bewirtungsdienstleistungen (+9,4 Prozent). Beherbergungsdienstleistungen kosteten um 9,1 Prozent.

Für Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses wurden die Preise durchschnittlich um 7,8 Prozent angehoben. Insbesondere bei Einrichtungsgegenständen und Bodenbelägen legten die Preise zu (+10,6 Prozent).

Freizeit und Kultur verteuerte sich durchschnittlich um 4,2 Prozent. Ausschlaggebend dafür war die Preisentwicklung von Pauschalreisen (+3,8 Prozent). Freizeit- und Kulturdienstleistungen kosteten um 3,3 Prozent mehr und Pflanzen um 10,8 Prozent.

Als Hauptpreistreiber im Vergleich zum Vormonat Juni 2022 erwies sich die Haushaltsenergie (durchschnittlich +7,0 Prozent). Hauptpreisdämpfer im Vergleich zum Vormonat waren aufgrund des Sommerschlussverkaufs Bekleidungsartikel, die um 11,8 Prozent günstiger wurden.

Preisexplosion bei wöchentlicher Shopping-Tour

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg im Jahresabstand um 10,4 Prozent.

Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresvergleich um 19,1 Prozent.

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