Die steigenden Preise für Strom und Gas bereiten Thermen-Betreiber in ganz Österreich Kopfzerbrechen – denn die Energiekosten machen mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Laut Vamed Vitality World-Direktor Gerhard Gucher ist bei Strom mit einer Steigerung von 350 Prozent, bei Gas sogar mit einem Plus von 400 Prozent zu rechnen, berichtet die "Kleine Zeitung".
In den steirischen Thermen wurden die Eintritts- und Nächtigungspreise heuer bereits angehoben. Der Direktor der Heiltherme Bad Waltersdorf, Gernot Deutsch, geht über das gesamte Jahr gerechnet von einer Preissteigerung um 15 Prozent aus. Deutsch rechnet mit durchschnittlichen Mehrkosten von einer Million Euro pro Therme. Diese Mehrkosten können nicht in vollem Ausmaß an die Gäste weitergegeben werden, denn das würde zu "unrealistischen Preisen" führen, so Deutsch zur "Kleinen Zeitung".
Auch bei der Vamed Vitality World steht eine Preiserhöhung im Raum. Gucher fordert daher eine Anpassung der Mehrwertsteuer – für die Hotellerie beträgt der Mehrwertsteuer-Satz zehn Prozent, bei den Thermen 13 Prozent – sowie eine Rückvergütung der Energie-Abgabe.
Für Bernd Kroos, Geschäftsführer der Bad Kleinkirchheimer Therme St. Kathrein, ist ebenfalls klar: "Ohne Preiserhöhung geht es mit Sicherheit nicht. Natürlich können wir die gestiegenen Energiepreise nicht komplett auf die Gäste umlegen, das würde den Rahmen sprengen. Familien werden wir anders berücksichtigen als Einzeleintritte", meint er zur "Kleinen Zeitung".
Viele Thermen versuchen derzeit, den Energiebedarf zu reduzieren, zusätzliche Photovoltaik-Anlagen zu errichten und die Restwärme des Thermalwassers zu nützen: "Wir können nur vorbauen, und tun das durch weitere Photovoltaik- und Energiespar-Prüfungen. Es ist unmöglich zu kalkulieren. Die Aufwendungen werden jedenfalls enorm sein", erklärt Hannes Brandstätter, Geschäftsführer der Kärnten Therme-Betriebs GmbH. Über eine mögliche Erhöhung des Eintritts wird allerdings erst im Herbst gesprochen.
Bereits im vergangenen Herbst erhöhte das Kärntner Römerbad in Bad Kleinkirchheim die Preise um acht Prozent: "Gottseidank sind wir für dieses Jahr und zu drei Viertel auch für 2023 abgesichert, weil wir den Strom schon vorab eingekauft haben und dadurch einen viel besseren Preis erzielt haben, als wenn wir ihn aktuell am Spotmarkt kaufen müssten", meint Geschäftsführer Hansjörg Pflauder. Trotzdem kann auch er nicht ausschließen, dass weitere Erhöhungen ins Haus stehen.