Teurer, später: ÖVP lässt nun den Bau von U2/U5 prüfen

Ab 2024 sollte die U5 in der 1. Ausbaustufe zwischen Frankhplatz (Alsergrund) und Karlsplatz (Wieden) fahren, ab 2026 sollte die U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz (Favoriten) verlängert werden. Doch wegen zu teurer Angebote von Baufirmen verzögert sich der Plan zumindest um ein Jahr. 
Ab 2024 sollte die U5 in der 1. Ausbaustufe zwischen Frankhplatz (Alsergrund) und Karlsplatz (Wieden) fahren, ab 2026 sollte die U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz (Favoriten) verlängert werden. Doch wegen zu teurer Angebote von Baufirmen verzögert sich der Plan zumindest um ein Jahr. Wiener Linien
Zu teure Angebote von Baufirmen verzögern den Zeitplan für den U2/U5-Ausbau. Das könnte auch dem Steuerzahler teuer zu stehen kommen, so die ÖVP.

Ab dem Jahr 2024 sollte es auf der neuen Linie U5 "Zug fährt ab" heißen, ab 2026 sollte die auch die verlängerte U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz (Favoriten) fahren. Doch daraus wird wohl nichts, beide Linien verzögern sich zumindest um ein Jahr nach hinten.

"Inakzeptable Angebote" könnten Baukosten verdoppeln

Grund für die Verzögerung sind laut Wiener Linien zu teure Angebote der Baufirmen, die bereits Ende 2019 eingingen. Im heurigen August sprachen die Wiener Linien von "inakzeptablen Angeboten" für die Arbeiten an der U5-Strecke zwischen Rathaus (City) und Frankhplatz (Alsergrund) genannt. Für die Eröffnung der neuen Trasse wurde damals eine Verzögerung von etwa einem Jahr geschätzt. Damit verzögert sich laut Geschäftsführer der Wiener Linien Günter Steinbauer auch der ursprüngliche Zeitplan weiter um bis zu zwölf Monate. Um wie viel zu teuer die gelegten Angebote aus Sicht der Wiener Linien waren, wollte er damals nicht verraten: "Hier Summen zu nennen wäre so, als würden beim Pokern die Karten auf den Tisch legen", erklärte Steinbauer.

Fakt ist, dass seit Ende 2019 mit den Baufirmen nach- bzw. neu verhandelt wird. Die für Frühjahr 2020 erwarteten Ergebnisse blieben aber aus. Die Folge: Auch andere Arbeiten, etwa die Oberflächengestaltung bei den neuen U-Bahnstationen stehen nun still. Die Verzögerung ist nicht nur lästig, für jene die sich schon auf die neue U-Bahn freuen, sie kann auch schnell sehr teuer werden. Schon steht eine mögliche Verdoppelung der Gesamtbaukosten von ursprünglich zwei auf 4,2 Milliarden Euro im Raum.

Stadt-Prüfer nehmen Angebote und Auswirkungen unter die Lupe

Um Klarheit zu gewinnen, schaltet die ÖVP Wien nun den Stadtrechnungshof ein. In ihrem Ansuchen fordert sie den Stadtrechnungshof auf folgende Punkte zu klären:

- Wie konnte es zu einer kolportierten Verdoppelung des Budgetvolumens bzw. der Projektkosten kommen?

- Wie hoch sind die tatsächlichen (bzw. bisher angefallenen) Ausgaben für den Bau der U5 und die Verlängerung der U2?

-  Durch welche Gründe ist es zu Verzögerungen gekommen und wie hoch sind die Mehrkosten der Verzögerungen? 

- Wurden – im Hinblick auf die Co-Finanzierung (die Finanzierung des U-Bahnausbaus teilen sich Bund und Stadt zu jeweils 50%) – die Verzögerungen mit dem Bund akkordiert?

- Wie hoch waren die abgegebenen Angebote, die im November 2018 von den Wiener Linien als "zu teuer"“ eingestuft wurden und es deshalb zu einer zweiten Ausschreibung gekommen ist?

- Welche Bauarbeiten mussten dabei konkret neu ausgeschrieben werden und wird eine wiederholte Ausschreibung der Bauarbeiten erforderlich sein?

- Kam es bei den Bauarbeiten um den Bereich Matzleinsdorfer Platz zu einer fehlerhaften bzw. unklaren Untergrund-Befundung? Wenn Ja, welche Folgen hatte diese für den weiteren Verlauf der Bauarbeiten?

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