Spinnenart versteckt sich in Bambusrohren

Ohne den Bambusspecht wäre eine neu beschriebene Spinnenart obdachlos. Der Vogel beschert ihr nämlich ein Dach über dem Kopf.
Wer schon mit Hausspinnen auf Kriegsfuß steht, sollte künftig in Thailand besonders vorsichtig sein. Denn dort – und in Malaysia – haben Forscher des Senckenberg-Instituts in Frankfurt eine neue Spinnenart nachgewiesen.

Der auf den Namen Rhitymna gerdmangel getaufte Achtbeiner ist etwa so groß wie eine Handfläche und lebt im Innern von Bambusrohren.

Tierische Zügelhilfe

Ohne Hilfe könnte die Spinne ihr Nest allerdings nicht beziehen. Sie ist davon abhängig, dass der Bambusspecht zuvor Löcher ins verholzte Gras bohrt. Nur mit seiner Hilfe kann Rhitymna gerdmangel ins Innere gelangen.

Wie die Forscher um Peter Jäger im Fachjournal "Zootaxa" schreiben, verlässt das Spinnentier nur nachts seine Bleibe im Rohr.

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"Die ungewöhnliche Lebensweise der Spinne hat wohl bisher verhindert, dass wir die Art entdecken konnten. In der Regel sägen wir Spinnenforscher keine Bambusstängel auf", scherzt Arachnologe Jäger in einer Mitteilung des Instituts.

Laut ihm sind bisher zwei Orte bekannt, an denen die neu entdeckte Spinne zu Hause ist: der Norden Thailands und die Gegend um Kuala Lumpur in Malaysia.

Das lässt laut Jäger auf eine weite Verbreitung der Tiere schließen: "Die Fundpunkte liegen etwa 1800 Kilometer auseinander. Es ist daher anzunehmen, dass die Spinnenart noch weitere Gebiete mit Bambus bewohnt, aber dort bisher einfach übersehen wurde." (fee)

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