"The Falconeer" im Test: Auf dem Rücken des Falken

"The Falconeer" ist jetzt erhältlich.
"The Falconeer" ist jetzt erhältlich.Tomas Sala
Neben den großen Spielen trumpft auch ein ganz besonderes Indie-Game zum Start der Xbox Series X auf – entwickelt von nur einer Person!

Wenn man auf dem Rücken eines riesigen Falken über die große Ursee fliegt und die offene Welt von "The Falconeer" erkundet, muss man sich eines vor Augen halten: Dieses Spiel hat ein einziger Entwickler geschaffen. Tomas Sala ist für das arcadige Flug-Game verantwortlich, das zum Start von Xbox Series X und S auf die Microsoft-Konsolen flattert.

Über der wilden See

Die Konsolenfamilie hat ja bereits Erfahrung mit Flug-Games, schon gleich am Anfang, als 2003 "Crimson Skies: High Road to Revenge" für die erste Xbox erschien. Das Spiel wurde von Gamern und Presse gefeiert, doch der Entwickler schloss einige Zeit später seine Tore. Jetzt also ein neuer Anlauf, dem Genre ein Zuhause auf der Xbox zu geben. In dem düsteren Fantasy-Spiel dürfen nicht nur jede Menge Luftkämpfe gefochten werden, es steht auch die Erkundung einer mystischen Welt und ihrer Geheimnisse auf dem Programm.

In einer Welt, in der Fraktionen um die Vorherrschaft kämpfen und Verrat zum täglichen Geschäft gehört, schwingt sich der Spieler auf den Rücken eines mächtigen Kriegsvogels, um entweder Chaos in der Welt namens Große Ursee zu stiften oder einer der Fraktionen zu Macht zu verhelfen. Das Besondere: Es gibt vier Story-Kapitel, die in beliebiger Reihenfolge absolviert werden können. Denn sie behandeln im Wesentlichen denselben Konflikt, zeigen ihn aber durch die Augen von vier verschiedenen Fraktionen. Dabei wird die Handlung leider nicht durch aufwendige Zwischensequenzen, sondern durch sprechende Köpfe am Bildschirmrand erzählt.

Rasante Dogfights

Aber seis drum: Das eigentliche Highlight ist ohnehin das Gameplay. Als Falkenreiter gleitet man beeindruckend über das Wasser und verfallene Ruinen, jede Steuereingabe löst eine präzise Bewegung aus. Auch die Kämpfe steuern sich fantastisch – wenn auch erst nach einiger Zeit. Denn die Steuerung ist zwar nicht wirklich komplex, bis man das Schießen, Ausweichen und den Überblick im Luftraum verinnerlicht hat, vergeht die eine oder andere Minute.

Mit dem Ausnutzen von Aufwinden und gekonnten Kehren im Flug setzt man sich hinter oder an die Seite von Kreaturen wie fliegenden Rochen, wilden Adlern oder riesigen Luftschlangen und beharkt sich mit allerlei Angriffen wie Gift-, Eis- oder Flammen-Strahlen. Besonders eindrucksvoll sind auch die vielen Luftschiffe, die den Himmel über der wilden See unsicher machen.

All das wird mit einer sauberen und simplen, aber unglaublich atmosphärischen Grafik auf den Bildschirm gebracht. Die unruhigen Wellen des Meeres, die vielen Inseln mit Felsformationen, Türmen und Städten, die Gegner, der bezaubernde Himmel und die spektakulären Wolken: "The Falconeer" ist höchst beeindruckend – auch auf rein technischer Eben. Denn das Spiel läuft auf der Xbox Series X entweder mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde mit 4K-Auflösung oder aber im 120-FPS-Modus mit einer Auflösung von 1800p. Einen Fernseher, der 120 Hertz darstellen kann vorausgesetzt, wird das zum echten Erlebnis.

Fazit

Es spricht klar für "The Falconeer", dass das Spiel bei einem Konsolen-Launch neben riesigen Titeln wie "Assassin’s Creed Valhalla" nicht untergeht. Was der Solo-Entwickler Tomas Sala hier geschaffen hat, ist höchst beeindruckend und belebt das tot geglaubte Genre der Arcade-Flugspiele mit einem gewaltigen Flügelschlag wieder. Bleibt zu hoffen, dass es entweder eine Fortsetzung gibt oder sich andere Studios von "The Falconeer" inspiriert fühlen, sich selbst an einem ähnlichen Game zu versuchen.

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