"The Jackbox Party Pack 8" im Test – noch mehr Spaß

"The Jackbox Party Pack" ist zurück! Der Multiplayer-Titel für Spieler und Zuseher begeistert auch im 8. Teil mit witzigem und simplem Gameplay.

Ein kurzer Blick zurück: Seit 2014 dürfen sich Fans von Partyspielen in etwa jährlichen Abständen über eine neue Ausgabe der "Jackbox Party Games" freuen. Das Konzept ist simpel: In jedem Pack stehen fünf Spiele bereit, die in größeren Gruppen gespielt und dabei auch von mehreren Zusehern verfolgt werden können. Die Beherrschung der englischen Sprache ist dabei meist notwendig, denn der Großteil der Minigames läuft nicht mit deutscher Übersetzung ab.

Die "Jackbox Party Games" zeigen seit Anbeginn der Serie zwei Eigenheiten, die beide äußerst lobenswert sind. Denn nicht nur lassen sich die "Packs" lokal oder online spielen, es muss auch online nur ein Mitspieler das Spiel tatsächlich besitzen – die übrigen Mitspieler, bis zu zehn im neuesten Teil, können einfach mit ihren Mobilgeräten in einen Game-Kanal einsteigen. Auf Wunsch kann dabei das Spiel auch über Discord und Co. auf allen Bildschirmen der Teilnehmer gestreamt werden.

Viel ändert sich nicht

"Never change an running system"? Ja, auch "The Jackbox Party Pack 8" (für PC und Nintendo Switch, später auch für weitere Konsolen) setzt auf bekannte Mechaniken und ändert am Spielablauf und an der Teilnahme nichts. Neu sind aber die enthaltenen Spiele, die nun anders als beim Vorgänger mehr mögliche Teilnehmer bieten. So sind zwei Mini-Games mit bis zu acht Teilnehmern und die übrigen drei mit bis zu zehn Teilnehmern zu zocken. Minimum müssen zwei bis drei dabei sein.

Das wohl spannendste der enthaltenen neuen Spiele nennt sich "Weapons Drawn" – und es hüpft ganz entfernt auf die Mörderjagd von "Among Us" auf. Teilnehmer sollen auf ihren Spiel-Endgeräten mögliche Waffen auf den Touchscreen zeichnen, jeder Mitspieler muss dabei einen vorgegebenen Buchstaben seines Namens in die Waffe "reinzeichnen" und ihn in der Waffe verstecken. Sind alle fertig, rät die gesamte Runde, wer der Mörder sein könnte, wobei ein Spieler die Ermittlung leitet und die übrigen Mitspieler entweder die Aufklärung behindern oder dabei helfen können. Wer richtig auf den Mörder tippt, streift Punkte ein.

Fragen-Riesenrad und Zeichen-Prüfung

Noch etwas komplexer wird es beim "Wheel of Enormous Proportions", einer Art gigantisches Glücksrad. Alle Spielteilnehmer notieren sich zu Beginn eine möglichst tiefgründige Frage, der Sieger soll am Ende darauf eine Antwort bekommen. Dann starten die Spielrunden, in denen man gestellte Fragen wie "Welche dieser Personen setzte bereits einen Fuß auf den Mond?" per Merhfachauswahl beantworten soll. Für richtige Antworten gibt es Punkte, zusätzliche bekommt man durch das Drehen des Spielrads zwischen den Runden. Anders als bei der Mördersuche spielt hier auch Glück eine große Rolle, was vor allem Neulingen gefallen dürfte.

"Drawful: Animate" wiederum ist eine gänzlich neue Form eines Zeichenspiels. Jeder Teilnehmer soll dabei eine Phrase oder einen Satz als Zeichnung zu Papier bringen. Anders als sonst gibt es aber zumindest drei Farben und zwei Zeichenfelder. Der Sinn: Beide Zeichnungen des Spielers werden den anderen Teilnehmern als simple "Animation" gezeigt, die Bilder sind also dynamischer als die statischen Zeichnungen der Vorgänger. Das Ziel ist klar: Die Mitspieler sollen erraten, was man da genau gezeichnet hat – für die richtigen Antworten gibt es wieder Punkte.

Dungeon-Crawler und Job-Bewerbung

"The Poll Mine" ist im Prinzip ein simples Ratespiel, das jedoch grafisch als eine Art Dungeon-Crawler inszeniert wird. Eine Mechanik, die sich durch das Spiel zieht. Zwar bleibt weiter alles sehr simpel im Spiel, es zeigt aber schönere Animationen und teils sogar sehr aufwändige Kulissen. Zurück zur "Poll Mine": Spieler schnappen sich eine Figur und laufen mit ihren Mitspielern durch ein Dungeon – und sollen dabei auswählen, welche Antworten sie und ihre Mitspieler auf Fragen geben würden. Danach werden die Antworten Türen in den Dungeon-Räumen zugeordnet – wobei "sichere" Türen nur jene sind, die den Antworten der Mehrheit der Mitspieler entsprechen. Das Abenteuer endet, wenn zu viele falsche Türen genommen wurden oder man in die Freiheit entkommen kann.

Wie alle anderen Mini-Games extrem spaßig ist auch das letzte Spiel "Job Job", bei dem es um einen humorvollen Bewerbungsprozess geht. Anfangs beantwortet man selbst durch Eintippen eine Frage nach dem eigenen Geschmack und eine zweite mit den von Mitspielern in der ersten Runde verwendeten Wörtern sowie Fragen. Dabei soll man einen halbwegs verständlichen Satz hinbekommen, es artet aber auch manchmal in komplettes Wortfetzen-Chaos aus. Mitspieler müssen dann abstimmen, wie gut welche Antwort war, und so fort. Der Spieler mit den meisten Punkten angelt sich schließlich den heiß begehrten Job.

Weiter ein absoluter Spaß-Garant

"The Jackbox Party Pack 8" ist eher kein Titel für Spieler, die entweder nicht gut mit Englisch können oder sich generell nicht mit Multiplayer-Minigames anfreunden können. Wer aber auf Partyspaß in vor allem größeren Runden steht und dabei herzhaft lachen will, sollte sich das neue Game unbedingt sofort zulegen. Beim Spielablauf und beim Gameplay setzt "The Jackbox Party Pack 8" auf altbewährte Stärken: Die Hürden zum Einstieg sind bis auf die Sprache niedrig, eine Spielrunde ist innerhalb weniger Minuten eingerichtet, ohne dass es technische Schwierigkeiten gibt.

Einen großen Sprung nach vorne machte die Minispiel-Sammlung bei der Technik. Viele der neuen Games sind nicht nur simple Eintipp- und Zeichen-Games, sondern als kleine Abenteuer inszeniert, vor allem die Umsetzung der Spiele "The Poll Mine" als Dungeon-Crawler und von "Weapons Drawn" als detektivische Mördersuche gefallen ausgezeichnet. Schade ist nur weiterhin, dass die Sammlung nicht komplett in deutscher Sprache angeboten wird. Gut gelöst dafür: In vielen Bereichen dürfen sich Spieler teilweise selbst Wortsammlungen, Kategorien und Bedingungen festlegen, mit denen man auch die Sprachbarriere zumindest in gewissen Bereichen umschiffen kann. 

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