Viele smarte Thermostate messen ständig Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum. Der Münchner Hersteller Tado will diese Daten jetzt nutzen, um Nutzer frühzeitig vor Schimmelgefahr zu warnen.
Der neue Schimmelindex berücksichtigt, wie sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit über Zeit entwickeln. Eine kurze Feuchtespitze nach dem Duschen ist harmlos. Tagelang feuchte Luft in einem kühlen Raum dagegen nicht.
Die Funktion basiert auf dem etablierten VTT-Modell aus Finnland, meldet inside-digital.de. Das Update kommt für alle Tado-X-Thermostate und ist Teil des AI-Assist-Abos, das 4 Euro im Monat oder 30 Euro im Jahr kostet.
Die Technik hat allerdings Grenzen. Das VTT-Modell rechnet eigentlich mit Werten direkt an der Wandoberfläche. Dort wächst der Schimmel: an Außenwänden, in Ecken, hinter dem Kleiderschrank. Tado misst aber nur die Raumluft am Thermostat.
Der Index ist daher eher als Frühwarnsystem zu verstehen, nicht als Diagnose. Handeln muss man weiterhin selbst.
Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt Stoßlüften als wirksamste Maßnahme: mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten, statt das Fenster stundenlang zu kippen. Besonders wichtig ist das nach dem Aufstehen, Duschen und Kochen.
Als Zielwert für die Luftfeuchtigkeit gelten 40 bis 60 Prozent. Selten genutzte Räume sollten nicht unter 16 Grad fallen. Große Möbel gehören nicht direkt an kalte Außenwände, weil sich dahinter Feuchtigkeit staut.