Der Lichtenwörther setzte sich im Halbfinale des ATP-250-Turniers ins der Gamsstadt nach dramatischen 3:30 Stunden mit 6:7 (3), 7:5 und 7:6 (8) gegen den Serben Laslo Djere, die Nummer 38 der Weltrangliste durch. Österreichs Tennis-Star spielte die beste Partie des Jahres und zog in sein ersten Endspiel seit zweieinhalb Jahren ein – ein riesiger Schritt zurück in Richtung Weltspitze. Dabei bewies Thiem auch Nervenstärke, musste fünf Matchbälle gegen sich abwehren.
"Es war wahrscheinlich das längste Drei-Satz-Match meines Lebens, ich weiß nicht, ob ich da noch Worte finde. Das war so eng, jedes einzelne Game. Die Atmosphäre war einfach unglaublich. Ich habe die Atmosphäre hier gebraucht", strahlte Thiem. "Es ist mein erstes Finale seit meiner Handgelenksverletzung. Und ich bin glücklich, dass es hier ist", so der 29-Jährige.
Im Finale geht es nun gegen den Argentinier Sebastian Baez, der seinen Landsmann Tomas Martin Etcheverry, die Nummer eins des Turniers, mit 7:6 (5), 3:6 und 6:4 niederrang.
In einer von langen Rallyes geprägten Anfangsphase suchten beide zunächst ihr Spiel. Thiem konnte beim Stand von 1:1 und 2:2 jeweils eine Breakchance des Serben abwehren, verpasste beim Stand von 2:1 selbst zwei Möglichkeiten, sich das Service des 28-Jährigen zu schnappen. Der Lichtenwörther ließ immer wieder seine Klasse aufblitzen, die Konstanz fehlte aber. Beim Stand von 4:4 setzte Djere den Österreicher neuerlich unter Druck, spielte sich mit zwei Vorhänden auf die Linie den dritten Breakball heraus, doch Thiem konterte mit einem starken Aufschlag, beschäftigte den Serben mit Schlägen in die Mitte. Djere konnte ohne Winkel wenig mit den Bällen anfangen. Im Tie-Break kosteten aber zu viele Thiem-Fehler den Satz. Der Weltranglisten-38. agierte humorlos, holte den Satz mit 7:3.
Nach dem Satzverlust war beim US-Open-Sieger von 2020 anfänglich die Luft draußen. Nur mit Mühe konnte der Lichtenwörther den frühen Gameverlust verhindern, in seinem ersten Aufschlagspiel zwei Breakbälle abwehren. Der Serbe verlor in der Folge seinen Rhythmus beim Aufschlag, Thiem retournierte mutiger, setzte einen Rückschlag beim Breakball bei 3:3 aber ins Out. Auf der Gegenseite stand Österreichs Tennis-Star im Game darauf unter Druck, wehrte mit zwei starken Aufschlägen aber zwei Breakchancen des Serben ab – 4:4. Thiem attackierte danach den zweiten Aufschlag des Serben, packte auf einmal sein bestes Tennis des Matches aus und holte sich das Break zum 6:5. Thiem machte den Satz mit einem Aufschlag-Winner zu.
Djere blieb nach dem Satzausgleich gelassen, erspielte sich in einer kurzen Thiem-Schwächephase beim Stand von 2:1 zwei Breakmöglichkeiten, die der Niederösterreicher aber spektakulär abwehren konnte, und selbst als Rückschläger den Druck erhöhte. Djere bekam nicht mehr die einfachen Aufschlagspiele, wie noch in den ersten beiden Sätzen, blieb aber makellos, zwang Thiem zu Weltklasse-Schlägen, mit denen der Niederösterreicher beim Stand von 5:6 drei Matchbälle des Serben abwehren musste, sich ins dramatische Tie-Break kämpfte, in dem Djere bei 6:5 wieder einen Matchball fahrlässig ausließ, eine Vorhand ins Out haute. Der Serbe wehrte dann den ersten Thiem-Matchball mit einem starken Aufschlag ab, doch der zweite saß dann.