Österreichs aktuelle Nummer drei ließ sich im Achtelfinale des ATP-250-Turniers gegen den Chinesen Zhizhen Zhang, immerhin die Nummer 53 der Welt, auch von einem katastrophal schwachen ersten Satz nicht aus der Bahn bringen, setzte sich nach 1:42 Stunden mit 1:6, 6:3 und 6:2 durch, schaffte beim Sandplatz-Klassiker in der Gamsstadt den Sprung unter die Top-Acht. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, denn Thiem zeigte vor allem mentale Stärke, wenn auch sein Spiel nicht immer hochklassig war.
"Ein sehr wichtiger Sieg, weil der erste Satz richtig schwer war. Es waren komplett andere Bedingungen, ein schwieriger Gegner, der schnell spielt. Es waren viele Hürden", zeigte sich Thiem nach dem Viertelfinal-Einzug erleichtert. "Auch in den letzten Wochen hab ich oft eine gute erste Runde gespielt und es dann nicht geschafft, das zu bestätigen. Heute habe ich es geschafft", strahlte Thiem, der nach dem ersten Satz wenig Mühe hatte, den Durchgang abzuhaken. "Es ist leichter, glatt zu verlieren, als wenn es enger ist. Ich habe mir gesagt: Das Match beginnt bei Null. Heute habe ich Bälle von mir gesehen, die vorher nicht oft zu sehen waren. Zwei Siege zu haben, ist sehr wichtig", meinte der US-Open-Sieger von 2020.
Im Viertelfinale am Donnerstag geht es nun gegen den Franzosen Arthur Rinderknech, der überraschend den an Nummer zwei gesetzten Deutschen Yannick Hanfmann mit 7:6 und 6:3 bezwang. Die Partie ist als viertes Match nach 11 Uhr auf dem Center Court angesetzt. Der Einzug unter die Top-Acht bringt ein Preisgeld in der Höhe von 17.010 Euro.
Österreichs Tennis-Star erwischte im ersten Durchgang einen Katastrophenstart. Thiem schenkte seine ersten beiden Aufschlagspiele jeweils mit einem Doppelfehler her, konnte bei eigenem Service keinen Druck machen, brachte erst das Game zum 1:5 durch. Zhang machte Satz eins schließlich nach bloß 23 Minuten mit 6:1 zu, nützte den ersten Satzball.
Im zweiten Durchgang zeigte der Weltranglisten-116. dann mit neuen Schlägern, die Thiem zuvor zum Bespannen gegeben hatte, ein völlig anderes Gesicht. Während Österreichs Tennis-Star zu seinem Spiel fand, agierte der 26-jährige Chinese plötzlich fehleranfällig und fahrig, Angriffsbälle landeten immer wieder im Out. So nützte der Lichtenwörther seine vierte Breakchance des Games, nahm dem zuvor groß aufspielenden Chinesen den Aufschlag zum 3:1 ab, behielt auch beim Stand von 4:2, als der 29-Jährige über Einstand gehen musste, die Nerven. Thiem schaffte mit einem Service-Winner den Satzausgleich – 6:3.
Thiem machte im dritten Satz dann dort weiter, wo er aufgehört hatte. Mit seinem Paradeschlag, einer Rückhand longline, nahm der Niederösterreicher Zhang gleich im ersten Game den Aufschlag ab. Der Chinese schwächelte vor allem mit dem zweiten Service, musste beim Stand von 1:3 eine Breakmöglichkeit abwehren.
Nach einigen Zwischenrufen war Zhang sichtlich angefressen, schenkte beim Stand von 2:4 einen Ballwechsel entnervt ab, haute dann wie ein angeschlagener Boxer auf die Bälle ein – ohne Erfolg. Denn Thiems vierte Breakchance saß – 5:2. Thiem nützte gleich seinen ersten Matchball, nachdem Zhang eine Rückhand ins Out schlug.