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Thiem verrät, was er sich in der Krise abgewöhnte

Dominic Thiem schlägt in Mauthausen auf. Der neue Trainer hat ihm die Augen geöffnet. "Er hat mir alles gesagt, was nicht passt."
Martin Huber
07.05.2023, 19:04
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Dominic Thiem schlägt nächste Woche in Österreich auf.

Der Tennis-Star serviert am Weg zurück in die Weltspitze in Mauthausen. In Oberösterreich geht es um 90.280 Euro und 100 Weltranglisten-Punkte. "Das ist sehr wichtig. In Madrid gegen Tsitsipas war es einfacher. Der Druck war bei ihm. In Mauthausen spiele ich daheim, bin ich die Nummer 1. Der Fokus wird auf mir sein. Da ist es wichtig, meine Linie zu halten", sagt Thiem im ORF. 

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Thiem verspürt nach einer langen Krise "eine Aufbruchsstimmung". "Das Madrid-Match gegen Tsitsipas war das Beste seit Wiederanfang. Es war bitter und hat gutgetan, mit einem Top-Mann so mitzuspielen. Ich habe gesehen, es ist alles da. So habe ich mich selbst schon lange nicht mehr gespürt."

Der Aufwärtstrend hätte sich in Indian Wells und Miami angedeutet, dann durch die Wechsel im Trainer-Team beschleunigt.  "Es war normal, das Team auszutauschen", sagt Thiem über die Trennung von Trainer Nicolas Massu, Physio Carlos Costa, Fitness-Trainer Jez Green und seinem spanischen Management "Kosmos".

"Mit Nico war es eine gute Trennung, es hat sich tot gelaufen. Mit mir war es nicht so einfach zu arbeiten. Ihm ist die Energie ausgegangen. Wir sind alle in eine Komfortzone reingefallen – völlig unabsichtlich. Es war Zeit für eine Veränderung", stellt der US-Open-Sieger von 2020 klar.

Tennis-Ikone Thomas Muster sagte zuletzt bei einem Medientermin in Wien, dass der Wechsel zu spät erfolgt sei. "Dominic hätte sich nach dem Finalsieg in New York von Trainer Nicolas Massu trennen müssen", meinte Muster. "Ich schätze Massu, aber er schuf eine Wohlfühloase nach der Ära Günter Bresnik. Das hat gutgetan und bei den US Open genau gepasst. Mit etwas Verzögerung kriegst du aber die Watsche. Weil Tennis ist nicht Spaß, Tennis ist Qual."

Thiem sagt dazu: "Vorher war der Wechsel nicht in meinem Kopf drinnen."

Thiem weiter über die Tücken beim Comeback. "Es war schwierig, zum Training zu gehen. Ich habe nicht wahrhaben wollen, dass ich zu wenig mache. Ich bin jetzt aus dem Schlendrian ausgebrochen. Das Feuer ist jetzt wieder ein anderes."

Den neue Trainer Benjamin Ebrahimzadeh wäre da die entscheidende Person gewesen. "Er hat mir alles gesagt, was nicht passt." Ein Gespräch in Estoril mit dem Deutsch-Iraner hätte ihm die Augen geöffnet. "Nach Gesprächen mit ihm hat sich ein Schalter umgelegt. Das hat etwas ausgelöst. Das Wichtigste ist, die Intensität im Training hochzuschrauben. Ohne es zu wissen, habe ich geglaubt, ich mache genug. Es war aber nicht der Fall."

Die "Lust an der Quali" sei jetzt wieder da, "weil ich so viele Fortschritte gesehen habe". "Es fühlt sich wieder wie mein Tennis an. Für mich geht es nicht um die Ehre. Es geht darum, wieder an das eigene Leistungslimit zu kommen. Ich bin mit einer hohen Trainingsintensität aufgewachsen, die ist jetzt zurück. Ich habe wieder ein klares Ziel vor Augen. Das Limit zu erreichen. Die Weltrangliste kommt da von selber."

Luft nach oben gibt es für Thiem jede Menge. "Es gibt so viel, was ich noch besser machen kann. Ich möchte in Paris richtig gut dastehen. Es ist möglich, dass ich für Überraschungen sorgen kann." Paris ist auch 2024 wegen Olympia ein großes Anliegen. "Das ist vielleicht mein größtes Ziel."

In der Krise hat Thiem schwere Zeiten durchgemacht. "Das Kartenhaus fiel zusammen", sagt er über die Monate nach dem ersten Grand-Slam-Sieg. "Ich hatte keine Lust, wohin zu reisen und auf den Platz zu gehen."

Die Kritik an seiner Person habe er mitbekommen. "Ich habe aufgehört, alle Artikel und Kommentare über mich zu lesen. Auch wenn die meisten Fans hinter mir stehen, der Kopf nimmt immer das Negative auf. Ich werde damit auch nicht wieder anfangen, wenn es wieder besser läuft."

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