Corona-Impfung? Thiem: "Das weiß ich noch nicht"

Dominic Thiem jubelt über seinen Sieg gegen Dominik Köpfer.
Dominic Thiem jubelt über seinen Sieg gegen Dominik Köpfer.picturedesk.com
Dominic Thiem hat noch nicht entschieden, ob er sich gegen Corona impfen lässt. Sportler sollen keine Bevorzugung erhalten.

Dominic Thiem zog am Mittwoch souverän in die dritte Runde der Australian Open ein. Wie schon in der ersten Runde schlug gab er auch in seinem zweiten Match in Melbourne gegen den Deutschen Dominik Köpfer keinen Satz ab. Der Lichtenwörther besiegte die Nummer 70 der Welt mit 6:4, 6:0 und 6:2.

Thiem spielt in Melbourne vor Publikum. Ein Umstand, der hierzulande schier undenkbar ist. Die Coronavirus-Pandemie hat Europa fest im Griff. Nach sechs Wochen Lockdown sind die Zahlen in Österreich noch so hoch, dass hinter vorgehaltener Hand kurz nach den ersten Öffnungsschritten bereits über den nächsten Lockdown getuschelt wird. Besonders die ansteckenderen Varianten, die ihren Ursprung in Südafrika und England haben dürften, bereiten Kopfzerbrechen. Völlig konträr präsentiert sich Australian vor den Augen der Sportwelt. Wie das möglich ist? Das Land drückte die Neuansteckungen in den vergangenen Monaten durch strenge Maßnahmen und die abgeschiedene Lage so niedrig, dass sich auch der 27-Jährige rund um das Turnier nach der vorgeschriebenen, zweiwöchigen Quarantäne, mittlerweile frei bewegen kann.

Die Impfungen gelten als große Hoffnung, dass auch in Europa in einigen Monaten wieder ein Hauch von Normalität einkehren könnte. Der Lieferengpass sorgt dabei für Verzögerungen. Thiem überrascht in der Impf-Debatte nun mit seinen Aussagen auf der Pressekonferenz in Folge des Spiels. Er habe für sich selbst noch keine Entscheidung getroffen: "Das weiß ich noch nicht. Da muss ich mich noch genauer informieren wie das ist."

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel forderte zuletzt mehrfach eine Vorreihung der Spitzensportler, da diese schließlich durch ihre Reisetätigkeiten einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt seien. Thiem: "Wenn die Impfung wirklich sicher ist, wenn das perfekt passt, finde ich eigentlich nicht, dass die Sportler bevorzugt werden sollten, sondern die Risikogruppen."

Damit meine er ältere Menschen, Pflegeheime und deren Personal. "Nicht wir, wir sind ja keine Risikogruppe, so sehe ich das. Man muss eh schauen wie sich das alles entwickelt, auch mit den Mutationen. Hoffentlich gibt es bald ein Mittel, das das Ganze stoppt."

Australien sieht Thiem als Beispiel für die Welt, wie man das Virus bekämpfen kann, betont aber den Vorteil, den die Insel ohne angrenzende Länder habe. Deshalb glaube er nicht, dass Turniere in Europa oder den USA in absehbarer Zeit vor ähnlichen Kulissen steigen können.

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