Thomas Szekeres ist Chef der Wiener Ärztekammer

Knappe Entscheidung bei der Vollversammlung der Wiener Ärztekammer: Der neue alte Ärztekammer-Wien-Chef heißt Thomas Szekeres.

Bis zuletzt sah es nach einem K0pf-an-Kopf-Rennen aus. Die Frage stand im Raum, ob die Verhandlungen zu einer breiten Koalition führen könnte – oder ob es bei der Vollversammlung am Dienstag zu einer Kampfabstimmung kommt. Noch am Wochenende fanden die letzten Gespräche statt.

Thomas Szekeres ist wieder Ärztekammerchef

Am Dienstag um 14 Uhr fiel der Startschuss für die Vollversammlung – als erster Tagesordnungspunkt stand die Wahl des neuen Ärztekammerpräsidenten auf dem Programm. Trotzdem dauerte es länger, bis die Nachricht nach außen drang. Dann gegen 15.40 Uhr die Entscheidung: Thomas Szekeres wurde mit 49 zu 41 Stimmen wieder zum Ärztekammer-Wien-Chef gewählt. Damit ist die Wahl klar gefallen.

Standespolitisch möchte sich Szekeres auch in dieser Legislaturperiode als "Vertreter aller Wiener Ärztinnen und Ärzte" wissen: "Nur eine geeinte Ärzteschaft mit einem gemeinsamen Auftritt nach außen wird die Gesundheitspolitik bewegen können." Als größte Herausforderung für die nächsten Jahre sieht Szekeres die Vernetzung von Spitals- und niedergelassenem Bereich sowie die Finanzierung und Bereitstellung der Gesundheitsversorgung der schnell wachsenden und älter werdenden Bevölkerung in Wien.

Thomas Szekeres (55) ist Oberarzt am Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik an der MedUni Wien. Er wurde 1962 in Wien geboren und 1988 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. 1994 schloss er die Facharztausbildung für medizinische und chemische Labordiagnostik ab und wurde im selben Jahr zum Universitätsdozenten für klinische Chemie und Labordiagnostik habilitiert. Seit 2004 ist Szekeres Qualitätsmanager, schloss 2005 eine zweite Ausbildung in Humangenetik ab. Seit 1996 ist er Oberarzt am Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik an der MedUni Wien. Seit 2001 ist Szekeres Mitglied des Vorstands der Ärztekammer für Wien und war von 2003 bis 2007 Forschungsreferent. Ab 2007 war er Vorsitzender der Kurie angestellter Ärzte und 1. Vizepräsident der Ärztekammer für Wien. Seit 2012 ist Szekeres Präsident der Wiener Ärztekammer.

Interessant: Schon bei der Ärztekammerwahl 2012 war Thomas Szekeres auf Platz Zwei gelandet – und stellte dann ebenfalls den Ärztekammerpräsidenten.

Szekeres hatte schon im Vorfeld auf die Wiederwahl gehofft. Aber: Auch sein Konkurrent Johannes Steinhart, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und ÖVP-nah, hatte sich bis zuletzt Hoffnungen auf den Job gemacht.

Immerhin hatte sich Ärztekammer-Vize Steinhart mit seiner Ärztevereinigung bei der Ärztekammerwahl am 25. März Platz 1 geholt, Thomas Szekeres war auf Platz 2 gelandet.

Ergebnis der Ärztekammerwahl 2017

90 Mandate wurden vergeben, 12 Fraktionen schafften es in die Vollversammlung. Wahlbeteiligung: 51,13 Prozent. Keine Fraktion schaffte die Absolute. Bis zuletzt liefen Verhandlungen darüber, in welcher Form eine Koalition möglich wäre.

Die "Vereinigung österreichischer Ärztinnen und Ärzte – Liste Johannes Steinhart" ging bei den Wahlen in die Ärztekammer für Wien als stimmenstärkste Fraktion hervor. Sie errang insgesamt 1.592 Stimmen oder 26 Mandate (2012: 1286/23). Auf den zweiten Platz kam das "Team Thomas Szekeres" mit 1.069 Stimmen (17 Mandate; 2012 als "Sozialdemokratische Ärztinnen und Ärzte" – Liste Dr. Thomas Szekeres" angetreten: 821/16), gefolgt von der "Wahlgemeinschaft – Ärzte für Ärzte – Wiener Mittelbau" mit 987 Stimmen (15 Mandate; 2012: 674/13).



12 Fraktionen in der Vollversammlung

Insgesamt sind heuer 17 Fraktionen zur Wahl angetreten, wovon 12 den Einzug in die Vollversammlung geschafft haben: "Asklepios – Die Alternative mit Mut" (11 Mandate/647 Stimmen; 2012: nicht angetreten), "Grüne Ärztinnen und Ärzte" (6 Mandate/454 Stimmen; 2012: 7/429), "Turnusärzte für Turnusärzte – Assistenteninitiative" (5 Mandate/222 Stimmen; 2012: 5/199), "KammerLight" (4 Mandate/303 Stimmen; 2012: 6/366), "AKH – Initiative – AI" (2 Mandate/192 Stimmen; 2012: n.a.), "Wahlärzte Wien" (1 Mandat/182 Stimmen; 2012: 1/142), "Plattform ÄrztInnen +/- 60" (1 Mandat/169 Stimmen; 2012: n.a.), "ÖHV - Landesgruppe Wien" (1 Mandat/81 Stimmen; 2012: 3/181) und die "Liste Raunig – Liste für Hausärzte"" (1 Mandat/75 Stimmen; 2012: n.a.).

(gem)

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