In einem Meeresgraben vor der Südostküste Australiens lebt ein faszinierendes Wesen: die Colossendeis tasmanica. Die Riesenseespinne besitzt Beine, die bis zu 25 Zentimeter lang sind - und tiefblau leuchten.
Das Besondere: Der Leib der Tiere gibt kaum Licht ab. Auf Aufnahmen wirken die Spinnen dadurch regelrecht körperlos, als würden nur ihre Beine im dunklen Wasser schweben.
"Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist das ziemlich beeindruckend", sagt der belgische Meeresbiologe Jérôme Mallefet, wie DER SPIEGEL berichtet. Sein Team veröffentlicht die Erkenntnisse in der Oktoberausgabe des Fachmagazins "Deep Sea Research Part I".
Das Phänomen wurde bereits 2017 bei einer Expedition entdeckt. Die Forscher untersuchten seither mehr als 25.000 Tiefseeorganismen aus bis zu 5000 Metern Tiefe auf ihre Fähigkeit zu leuchten.
Auffällig ist, dass vor allem die Unterseite der Beine leuchtet - genau dort, wo sich der Verdauungstrakt befindet. Die Wissenschaftler vermuten daher einen Zusammenhang mit der Nahrung der Spinnen, zu der auch Seeanemonen gehören.
Welchem Zweck das Leuchten genau dient, ist noch unklar. Die Forscher halten Partnersuche, das Aufspüren von Beute oder das Abschrecken von Feinden für möglich.