Tierarzt jobbt in seiner Freizeit als Diakon

Er darf Taufen, Trauungen und Trauerfeiern durchführen. Doch an den Zölibat muss er sich nicht halten, denn: Walter Kirchmayer ist Diakon aus Leidenschaft. Und im Brotberuf Tierarzt.

Sie sind die Ausnahme in der katholischen Kirche, doch sie werden immer mehr: 700 zumeist verheiratete Männer aus über 60 unterschiedlichen Berufen machen als Diakone beinahe alles, was auch Priester dürfen.

Der Wiener Tierarzt und Fleischbeschauer Walter Kirchmayer ist einer von ihnen. Mit dem perfekten Nachnamen gerüstet, darf er als Ehemann und Vater von vier Kindern ehrenamtlich predigen sowie Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zelebrieren. Einzig die "Wandlung" von Brot und Wein sowie die Beichte sind ihm kirchenrechtlich untersagt.

"Da müsste schon der Zölibat aufgehoben werden, damit ich richtiger Priester werde", sinniert Kirchmayer, während er für Ostersonntag die Eier seiner Hennen sammelt. "Diakon zu werden, war nicht mein eigener Vogel, sondern der Ruf Gottes", erklärt der Tierdoktor seinen Wechsel vom Kittel zur Kutte.

Nach drei Jahren Ausbildung ist er heute eine wichtige Säule seiner kleinen Gemeinde: "Viele kommen zu mir, weil ich als verheirateter Mann eine andere Lebenswelt habe." Der Co-Organisator des "Marsch für Jesus" (18. Juni) hat seine Schäfchen längst ins Trockene gebracht: sowohl in seiner Praxis, als auch in seiner Hietzinger Pfarre.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen