Der Zustand der Tierwelt ist besorgniserregend. Laut dem aktuellen Living Planet Report des WWF sind die untersuchten Wildtierbestände seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent zurückgegangen. Der Bericht analysiert Daten zu 5790 Wirbeltierarten - darunter Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien und Amphibien.
Am dramatischsten ist die Lage in Flüssen und Seen: Hier beträgt der Rückgang sogar 85 Prozent. An Land gingen die Bestände um 69 Prozent zurück, in den Meeren um 59 Prozent.
Die Ursachen sind menschengemacht, meldet der Spiegel. Lebensmittelproduktion, Energieversorgung und das Finanzsystem seien zu großen Teilen für den Verlust von Lebensraum verantwortlich. Zwischen 1990 und 2020 wurden schätzungsweise 420 Millionen Hektar Wald vernichtet - oft für die landwirtschaftliche Nutzung.
Doch es gibt auch positive Nachrichten: Rund die Hälfte der erfassten Populationen schrumpft nicht, sondern ist stabil oder wächst. Bei bestimmten Thunfischarten konnten niedrigere Fangquoten und verstärkte Kontrollen den Negativtrend sogar umkehren.
"Der Abwärtstrend lässt sich umkehren, wenn wir den Schutz der Natur verbindlich in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verankern", sagt Kathrin Samson, Vorständin für Naturschutz beim WWF Deutschland. Ohne biologische Vielfalt würden Lebensmittel, Medikamente, sauberes Wasser und sichere Lebensorte fehlen.