Hundeprofi: "Kein Hund braucht Haus mit Garten"

Der Mann für alle "Felle" ist wieder auf Tour und rüttelt die Hundeszene humoristisch auf. Wir plauderten mit Martin Rütter bei Tee und Strudel.

Ein Fixpunkt im deutschen TV, seine Live-Shows füllen ganze Arenen und ein großes Herz für die "Unvermittelbaren" machen Hundeprofi Martin Rütter nicht nur seit 25 Jahren zur wahren "Kernkompetenz Deutschlands", sondern auch wahnsinnig sympathisch. Im Wiener "Cafe Museum" plauderte "Heute" mit dem Entertainer bei Tee und Strudel, warum das Thema "Hund" noch längst nicht abgehandelt wurde.

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Morgens, halb 11 in Österreich

Mit Drei-Tages-Bart und Kuschel-Hoodie begrüßt uns der 52-jährige Vortragskünstler zum Interview und könnte ebenso der Hundeschul-Lehrer um die Ecke sein, denn wer hier Starallüren sucht, wird herb enttäuscht. Wie auch im Fernsehen und auf der Bühne, hat der gebürtige Duisburger sein verschmitztes Lausbuben-Lächeln auf den Lippen und auf jede Frage eine amüsante Anekdote parat.

"Heute-tierisch"-Redakteurin Christine Kaltenecker plauderte mit Martin Rütter im Freizeit-Look.
"Heute-tierisch"-Redakteurin Christine Kaltenecker plauderte mit Martin Rütter im Freizeit-Look.©Heute

Nachdem sich der Hundeprofi seit 25 Jahren sehr unterhaltsam den Mund fusselig redet, um den Hundehaltern den bösen Spiegel vorzuhalten, könnte man annehmen, dass die Inspirations-Quellen irgendwann versiegen. Denkste. "Die Geschichten, die ich erzähle, sind ja wirklich passiert und auch ich entwickle mich weiter und habe heute andere Lösungsansätze als vor 25 Jahren", erklärt Rütter. Aber auch für ihn ist klar, dass nicht jedes Problem gelöst werden kann und man gegebenenfalls die Halter darauf vorbereiten muss, die Hunde-Krux zwar nicht bewältigen, aber kontrollieren zu können. "Meine 'Emma' ist auch so ein Fall. Sie wird andere Hunde niemals neben ihren gefüllten Futternapf akzeptieren, also füttere ich sie in getrennten Räumen. Man bekommt also diverse Probleme nicht weg - kann aber lernen, sie zu steuern".

Welches Hundetraining ist das richtige?

Viele Hundehalter kennen die Problematik, dass man oft gar nicht weiß, welcher Weg für den eigenen Hund der richtige ist. Hundeschule? Einzeltraining? Bücher? Und wenn ja welche, und bei wem? "Richtig schwierig. Das Niveau in den Hundeschulen und beim Hundetraining ist so hoch wie noch nie und trotzdem gibt es keinen roten Faden.

"Hundetrainer schätzen sich nicht!"

Viele Lösungen widersprechen sich teilweise, sind aber in sich total schlüssig", erklärt Rütter, "Hier rate ich immer zu einer individuellen Beratung in einem größeren Netzwerk, wo ein Austausch stattfindet und sich Hundetrainer nicht gegenseitig widersprechen", lacht der Profi.

Tourtermine "DER WILL NUR SPIELEN",  Österreich:

22.02.2023    20:00    Linz, TIPS Arena

23.02.2023    20:00    Graz, Stadthalle

24.02.2023    19:30    Wien, Wiener Stadthalle

23. 01.2024    20:00    Villach, Stadthalle

24.01.2024    20:00    Salzburg, Salzburgarena

25.01.2024    20:00    Innsbruck, Olympiaworld

Wann der Hundetrainer auf der Straße eingreift

Auch wenn ihn jeder kennt, so ist der Hundetrainer natürlich nicht aus Holz und täglich mit seinem Beruf konfrontiert. "Abschalten kann ich nicht und ich sehe natürlich 'Probleme' sehr schnell aus der Entfernung", erzählt Rütter, "wenn es den Hunden allerdings gut geht und sie dem Frauchen 'nur' auf der Nase rumtanzen, kann ich damit sehr gut".

"Da kann ich im Alltag nicht weggucken!"

Problematisch wird es allerdings bei physischem und psychischem Missbrauch, schildert er: "Ich bleibe solange höflich, solange ich das Gefühl habe - okay, die schnallen es einfach nicht - dann bin ich lieb und geduldig, aber wegsehen kann ich bei ängstlichen oder unsicheren Hunden nicht".

Petfluencer sind toll, ABER ...

Heutzutage ist es keine Seltenheit, dass Menschen mit ihren Haustieren über die Sozialen Medien Geld verdienen. Der Hundeprofi sieht das ebenfalls entspannt und erkennt den Fleiß bei den erfolgreichen Influencern durchaus an. "Solange kein Tier genau für diesen Zweck angeschafft, kostümiert oder Testimonial für den größten Mist wird, finde ich das super", sagt Rütter.

Die Schwierigkeit mit den Tierheim-Hunden

Mit den "Unvermittelbaren" (RTL) möchte auch Martin Rütter seine Popularität und seine Fachkenntnis nützen, um zweite, dritte, vierte Chancen an schwierige oder "vergessene" Hunde im Tierheim zu vergeben. Seiner Meinung nach gibt es für jeden Hundetopf auch den passenden Menschendeckel, wenn man geduldig bleibt.

"Kein Hund braucht Haus mit Garten."

Die größte Hürde für den Tierheim-Hund ist allerdings meistens nicht nur der schlechte Ruf, sondern auch zu hohe Anforderungen an den Interessenten. "Kein Hund braucht ein Haus mit Garten", so Rütter, "wer seinen Hund auslastet, kann auf 20 Quadratmeter wohnen, denn der Vierbeiner pennt dann sowieso daheim".

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