Corona-Masken sind für Tiere tödlich

Tierschutzorganisationen rufen dazu auf, Masken korrekt zu entsorgen. Bleiben sie in der Natur liegen, können sich Wildtiere daran tödlich verletzen.
Tierschutzorganisationen rufen dazu auf, Masken korrekt zu entsorgen. Bleiben sie in der Natur liegen, können sich Wildtiere daran tödlich verletzen.Getty Images
Hygieneschutzmasken werden oft in der Natur entsorgt. Da dies für Wildtiere wie Vögel oder Igel gefährlich sein kann, schlagen Tierschützer Alarm.

Masken, die auf dem Boden statt im Abfalleimer landen, können für Tiere verheerende Folgen haben. In Kanada verendete eine Wanderdrossel, nachdem sie sich in den Schlaufen einer Hygieneschutzmaske verheddert hatte. Auf Facebook unter Usern in Deutschland kursiert zudem ein Foto eines Vogels, der in einem Baum von einer Maske erhängt wurde. Glück hatte eine Möwe im englischen Chelmsford: Tierärzte konnten ihre geschwollenen Beine noch rechtzeitig von einer Maske befreien, in der sich das Tier verwickelt hatte.

"Verfangen oder strangulieren"

Auch der Tierschutzorganisation Network for Animal Protection (Netap) ist das Problem bekannt. "Kürzlich befreite ich einen Igel, der sich in einer Maske verheddert hatte", sagt Präsidentin Esther Geisser. Sie berichtet von einem weiteren Fall einer anderen Tierschützerin. "Am Greifensee sah sie eine Ente, die eine Maske wie ein Lätzchen um den Hals trug." Die Tierschützerin habe darauf die Ente mit einem Netz eingefangen und von der Maske befreit.

Verschiedene Schweizer Tierschutzorganisationen rufen deshalb auf, Hygieneschutzmasken korrekt zu entsorgen. «Bitte schmeißt Eure Schutzmasken nicht einfach auf Wege, ins Gras, in Gebüsche oder ins Wasser», schrieb die Susy Utzinger Stiftung kürzlich in einem Post auf Social Media. Kleine Wildtiere wie Eichhörnchen, Vögel und Fische könnten sich in den Masken verfangen oder gar strangulieren.

"Da die Masken meist aus nicht recyclebarem Plastik hergestellt sind, besteht zudem die Gefahr, dass sie Teile davon verschlucken", sagt Tierschützerin Susy Utzinger zu 20 Minuten. Für den Appell entschieden habe sich die Stiftung auch, weil sich in letzter Zeit viele Tierfreundinnen und Tierfreunde gemeldet hätten, die sich wegen der Masken in der Natur um das Wohl der Tiere gesorgt hätten.

"Igel haben keine Chance mehr"

Bernhard Bader, Geschäftsführer des Vereins Pro Igel, bestätigt, dass in der Natur entsorgte Masken für Igel ein besonders großes Gefahrenpotential hätten. "Verhaken sich die Stacheln in der Maske, haben Igel keine Chance mehr, sich davon zu befreien."

Auch Vogelauffangstationen warnen vor unsachgemäß entsorgten Masken. "Unsere Wiesen sind mit Abfall und Masken übersät. Manche landen auch im See", sagt Elisabeth Schlumpf, Geschäftsführerin der Voliere Zürich. Manche Enten nutzten die Masken mangels natürlicher Alternativen zunehmend auch für den Nestbau. "Das ist aber gefährlich, da die Jungen sich darin verheddern und Plastikteile verschlucken können."

Schlaufen sollten abgerissen werden

Damit die Masken für die Tiere keine Gefahr mehr sind, raten die Tierschützerinnen, diese zuhause zu entsorgen. "Manchmal liegen die Masken nicht aus böser Absicht am Boden, sondern, weil die Masken aus überfüllten Kübeln rausgeweht wurden", sagt Susy Utzinger.

Wer die Maske im öffentlichen Abfall entsorgt, soll laut Esther Geisser diese aber nicht gleich hineinwerfen. "Die Leute sollten mindestens die Bändel an einer Stelle abreißen, sodass sich ein Tier nicht mehr verheddern kann."

Was ist im Notfall zu tun?

Die Bedrohung durch Plastikabfälle ist leider gerade bei Wasservögeln sehr groß, warnt Birdlife Österreich. Studien zeigen, dass rund 90 Prozent der Meeresvögel Plastik in ihren Körper aufnehmen. Mit fatalen Folgen: Der Verdauungsapparat verstopft. Darüber hinaus verwenden brütende Meeresvögel die bunte Kunststoffe oft als Nistmaterial, wodurch die Verletzungsgefahr gerade bei Plastikschnüren sehr groß ist.

Erblickt jemand ein Tier, das wegen einer Maske in eine missliche Lage geraten ist bzw. sich selbst nicht ohne Gefahr daraus befreien kann oder bereits verletzt ist, hilft die Tierrettung.

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