Tierhasser präparierte zwei Eier mit Nervengift

Diese beiden Eier wurden mit Gift gefüllt und mit Heißklebepistole wieder verschlossen.
Diese beiden Eier wurden mit Gift gefüllt und mit Heißklebepistole wieder verschlossen.Bild: WWF
Niederträchtig ging ein Unbekannter bei Zistersdorf vor: Er füllte Eier mit Nervengift, verschloss sie dann wieder mit einer Klebepistole.

Im Bezirk Gänserndorf wurden jetzt erneut Giftköder entdeckt – wieder bei Zistersdorf, genauer in der Katastralgemeinde Großinzersdorf. Zwei Eier wurden von einem Unbekannten präpariert, mit Carbofuran gefüllt und mit einer Heißklebepistole wieder verschlossen. Dann wurden sie ausgelegt.

Dieses starke Nervengift verursacht einen grausamen und qualvollen Tod. Greifvögel reagieren besonders empfindlich auf das Gift, aber auch Hunde werden immer wieder durch solche illegale Giftköder getötet. Bei der Wildtierfütterung nahe Zistersdorf wurden die Eier entdeckt.

„Gift auszulegen ist eine illegale Handlung, die für Wildtiere aller Art eine große Gefahr darstellt. Sie können in den Bestand von streng geschützten Arten wie Kaiseradler und Seeadler eingreifen und großen Schaden anrichten. Das ist kein Bagatelldelikt! Unter der WWF-Gifthotline 0676 444 66 12 können Funde gemeldet werden. Oder direkt an die örtliche Polizei", schlägt Flora Hoser, Projektleiterin beim WWF, Alarm.

„Gift auslegen ist ein Fall für den Staatsanwalt, Gift hat in der freien Natur keinen Platz, ohne Wenn und Aber!", betont auch Peter Lebersorger, Generalsekretär des NÖ Landesjagdverbandes.

2016 größter Giftfall Österreichs in dieser Region

Im Bezirk Gänserndorf haben sich in den letzten Jahrzehnten seltene Greifvögel eingestellt. Im Jahr 2016 wurde genau in dieser Region der bisher größte Giftfall in Österreich entdeckt. Um die 40 vergiftete Tiere wurden damals gefunden. Gegen zwei Jagdaufseher wurde Anklage erhoben, die Verfahren wurden noch nicht abgeschlossen. Die Urteile werden mit Spannung erwartet.

Im Jahr 2012 wurde in der Nähe ebenfalls ein vergifteter Seeadler aufgefunden. Bei dem stark bedrohten Wappentier, von denen es in ganz Österreich nur an die 30 Brutpaare gibt, ist jeder einzelne illegal herbeigeführte Todesfall auch eine Bedrohung für die Stabilität der gesamten Population. (wes)

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