Tierhasser vergiftet seltenen Greifvogel

In Eferding wurde ein toter Greifvogel gefunden, der mit einem präparierten Hasenkopf vergiftet worden war.
In Eferding wurde ein toter Greifvogel gefunden, der mit einem präparierten Hasenkopf vergiftet worden war.Bild: birdlife.at
Rotmilane gehören zu den bedrohtesten Vogelarten Österreichs. Jetzt wurde ein Rotmilan tot in Eferding gefunden – von einem Tierhasser vergiftet.

Wer tut nur so etwas?

Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es Anfang Mai im Bezirk Eferding (OÖ) zu einem Vergiftungsanschlag auf Wildtiere. Mehrere vergiftete Köpfe von Feldhasen waren am Rande einer Kiesgrube ausgelegt worden.

Diese wurden zumindest einem Rotmilan und einer Rabenkrähe zum Verhängnis, so BirdLife Österreich. Die Polizei ermittelt.

Der Rotmilan zählt zu den bedrohtesten Vogelarten Oberösterreichs. Nach seinem völligen Aussterben in den letzten Jahrzehnten begann dieser imposante Greifvogel (mit einer Flügelspannweite von rund 160 cm) in den letzten fünf Jahren das Bundesland Oberösterreich mit ersten Brutpaaren wieder zu besiedeln. BirdLife führt mit Unterstützung der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich eine Bestanderhebung und ein Artenschutzprojekt durch. Lediglich fünf bis maximal zehn Rotmilan-Paare brüten derzeit in Oberösterreich.

„Der Tod des Rotmilans zeigt, wie anfällig dieser Aasfresser auf illegale Vergiftungsaktionen ist. Das haben in der Vergangenheit bereits mehrere ähnliche Vorfälle in Österreich und unseren Nachbarländern gezeigt", erklärt Hans Uhl, Leiter des oberösterreichischen Rotmilan-Artenschutzprojektes von BirdLife bestürzt: „Das dauerhafte Überleben von Oberösterreichs zweitgrößtem und zugleich seltenstem Greifvogel hängt unter anderem davon ab, wie konsequent derart verwerfliche Praktiken von Vogelhassern abgestellt werden!"

Der Rotmilan wurde allem Anschein nach mit einem präparierten Hasenkopf vergiftet und in der Nähe des Köders tot aufgefunden. „Alle Indizien deuten auf eine illegale Vergiftung mit einem bereits in geringen Dosen tödlich wirkenden Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Carbamate - wahrscheinlich Carbofuran - hin", berichtet Uhl. Das in Österreich verbotene, aber oftmals für Vergiftungen von Wildtieren verwendete Carbofuran führt sehr schnell zur Lähmung. Die Tiere werden daher oft in unmittelbarer Nähe der Köder gefunden. Der Tod selbst kann sich aber über mehrere Stunden qualvoll ziehen.

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