Tierquälerei: Bauer wirft Ferkel durch den Stall

Die Tierschutzorganisation VGT deckte brutale Missstände in einem niederösterreichischen Stall auf. Vor allem Ferkel werden roh behandelt.

Erst kürzlich sorgte der VGT (Verein gegen Tierfabriken) bei einem Stall nahe St. Pölten für Aufsehen: Schweine wurden dort in 24-stündiger Dunkelheit gehalten, mehr als 20 Tierschutz-AktivistInnen forderten vor Ort erfolgreich ein Ende der Dunkelhaft und das Öffnen der verbarrikadierten Fenster. Neue Videoaufnahmen aus einem anderen Bereich des gleichen Betriebes zeigen das Schwanz-Abschneiden sowie das illegale und brutale Kastrieren der kleinen Ferkel.

Vorgehen ist Teilweise legal

Die Videos machen fassungslos: zu sehen ist ein "Bauer" und eine "Bäuerin", die die kleinen Ferkel an den Hinterbeinen schnappen und in Kisten werfen. Es folgt die Verabreichung diverser Spritzen sowie das schmerzhafte Durchstechen der Ohren mit den Erkennungsmarken. Danach werden allen Ferkeln die Schwänze abgetrennt, und zwar mittels Brennstab. Das Gesetz fordert, dass diese Maßnahme "zur Vermeidung weiterer Verletzungen notwendig" sein muss.

Ein Kupieren darf in Österreich eigentlich nicht routinemäßig durchgeführt werden, trotzdem sei es laut VGT Standard in der österreichischen Schweine-Industrie. Außerdem darf höchstens "die Hälfte" des Schwanzes entfernt werden. Die Ferkel werden verstümmelt, um die negativen Folgen der fürchterlichen Haltungsbedingungen zu reduzieren. Dem "Anknabbern" der Schwänze als Verhaltensstörung aufgrund von Beschäftigungsdefizit sowie einseitiger Fütterung soll somit entgegengewirkt werden.

Anzeige erstattet



Die aktuellen Videoaufnahmen zeigen außerdem: die männlichen Tiere werden geschnappt und kopfüber von den im Stall sitzenden Bauern zwischen den Beinen eingeklemmt. Mittels Skalpell wird der Hodensack aufgeschnitten und die Hoden herausgequetscht - ohne Narkose! Laut Tierschutzgesetz ist diese Vorgangsweise sogar legal.

Aber was folgt verstößt eindeutig gegen das Tierschutzgesetz. David Richter vom VGT: "Nachdem der Hodensack aufgeschnitten wurde wird an den Hoden so lange gezogen, bis der Samenleiter abreißt. Eine Vorgangsweise, die vor 30 Jahren noch völlig üblich war, seit langem aber explizit verboten ist! Der Nervenstrang wird zerfranst, zerschlissen, die Schmerzen sind sehr stark und lange andauernd!"

Gegen die handelnden Personen in diesem niederösterreichischem Betrieb wurde Anzeige wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft und der Bezirkshauptmannschaft Sankt Pölten Land erstattet.

(slo/red)

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