Tierschützer rettet Hund, jetzt steht er vor Gericht

Der Angeklagte Thomas Putzgruber (Obmann des Vereins RespekTiere) mit Tierschutz Austria Obfrau Madeleine Petrovic.
Der Angeklagte Thomas Putzgruber (Obmann des Vereins RespekTiere) mit Tierschutz Austria Obfrau Madeleine Petrovic.Tierschutz Austria
Der Tierschützer Thomas Putzgruber musste sich vor dem Gericht Krems wegen Erpressung verantworten. Er rettete einen Kettenhund, Besitzer klagte.

Eine Tierrettungs-Aktion endete vor Gericht. Grund: Tierschützer Thomas Putzgruber wurde verklagt, weil er bei der Rettung vernachlässigter Tiere dem Besitzer mit dem Amtstierarzt und der Behörde drohte. Der Besitzer legte dies als Erpressung aus und klagte. So begann der Weg bis zum Gericht.

Besitzer waren überfordert

Tierschützer wurden zu einem Bauernhof gerufen, da hier mehrere vernachlässigte Tiere hausen sollten und ein Hund an der Kette gehalten werden soll. Tierschützer Thomas Putzgruber, vom Verein RespekTiere, rückte aus und machte sich vor Ort ein Bild. Laut den Infos waren die Besitzer total überfordert mit den Tieren. Putzgruber holte unkastrierte Katzen ab und kaufte den Kettenhund frei. Die Abholung soll laut dem Tierschützer per Video festgehalten worden sein.

Petrovic fordert die Möglichkeit einer Verbandsklage
Petrovic fordert die Möglichkeit einer VerbandsklageTierschutz Austria

Doch das nützte alles nichts. Der Besitzer klagte wegen Drohung und Erpressung. Beim Prozess kamen dann noch andere Missstände ans Tageslicht. Doch laut der Tierschutz Austria Obfrau Madeleine Petrovic ging es vor Gericht nicht um Tierquälerei, um mögliche Betrügereien bei der Vermehrung von Hunden, sondern um die Verfolgung der Tierschützer, denen mit der „Drohung“, die zuständigen Behörden einzuschalten von den ermittelnden Polizeikräften und der Staatsanwaltschaft „Erpressung“ zur Last gelegt wird.

Petrovic fordert Möglichkeit einer Verbandsklage

"Wenn das Androhen der Einschaltung von Amtstierärzten oder der für den Tierschutz oder den Naturschutz zuständigen Behörden Erpressung ist, dann erkläre ich für den Wiener Tierschutzverein (Tierschutz Austria) mit Nachdruck, dass wir nicht aufhören, als Erpresser für die Rechte von Tieren aufzutreten", betont Petrovic. Vom Gesetzgeber verlangt Madeleine Petrovic die längst überfällige Verankerung der Möglichkeit einer Verbandsklage für große traditionelle Tierschutzvereine oder den Betreibern von Tierheimen.

Verhandlung wurde vertagt

"Tiere können nicht klagen, weil sie keine Personen im Rechtssinn sind, aber sie leiden, sie haben Angst und Schmerzen. Und so wie die Rechte von Kindern oder von schutzbedürftigen Personen von Vertretern wahrgenommen werden, so wollen wir vom Wiener Tierschutzverein auf Basis von Rechten die Stimme der leidenden Tiere sein", fordert Petrovic.

Die Verhandlung ging bis in den späten Abend und wurde dann vertagt. Es wurde nun ein Sachverständiger mit einem Gutachten beauftragt, der nächste Verhandlungstermin findet nach Abschluss dieses Gutachtens statt (wahrscheinlich Februar 2022).

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