Es waren ihre letzten öffentlichen Worte: "Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben." Wenige Stunden später war Rebecca Luna (49) tot. Die kanadische TikTok-Influencerin nahm wegen ihrer früh einsetzenden Alzheimer-Erkrankung in Kanada medizinisch assistierte Sterbehilfe in Anspruch.
Bis zuletzt ließ sie ihre mehr als 90.000 Follower an ihrem Alltag teilhaben und daran, wie die Krankheit ihr nach eigenen Worten "so viel genommen" habe.
Seit ihrer Diagnose 2025 sprach die 49-Jährige offen darüber, wie sich ihr Leben veränderte. Sie erzählte von Vergesslichkeit, vom Verlust ihrer Selbstständigkeit und von ihren Sorgen als alleinerziehende Mutter zweier Töchter. Damit rückte sie eine Form der Erkrankung ins Licht, die viele nur mit hohem Alter verbinden. Tatsächlich treten nur rund fünf Prozent aller Alzheimer-Fälle vor dem 65. Lebensjahr auf.
Am 25. Juli starb Rebecca nach Angaben ihrer Familie gegen 13.15 Uhr im Kreis ihrer Angehörigen. Bestätigt wurde ihr Tod auf ihrem TikTok-Kanal und über eine GoFundMe-Seite, auf der zuvor Spenden gesammelt worden waren, um die Kosten ihres Lebensendes zu decken. Ihre Kinder wollte sie neben der Trauer nicht auch noch finanziell belasten, so ihre Begründung.
Bis zum Schluss beantwortete Rebecca auf TikTok Fragen ihrer Community, sprach über das Leben mit einer unsichtbaren Behinderung, über ihre Alkoholabstinenz und darüber, warum sie sich für die assistierte Sterbehilfe entschied.
In ihrer letzten Botschaft ging es dann um Selbstliebe. Sie habe viele Jahre gebraucht, um freundlich mit sich selbst umzugehen und den eigenen Wert zu erkennen. Ihren Followern gab sie mit, man müsse beginnen, gut mit sich selbst zu sprechen. Ihre letzten Worte an die Community: "Wenn ich das schaffen kann, könnt ihr es auch."
Suizidgedanken? Hol dir Hilfe, es gibt sie.
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen - außer, Suizide oder Suizidversuche erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn du unter Selbstmord-Gedanken, oder Depressionen leidest, dann kontaktiere die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, täglich 0-24 Uhr.
TelefonSeelsorge – Notruf 142
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Rebecca nahm in Kanada die sogenannte Medical Assistance in Dying (MAID) in Anspruch, die dort seit 2016 unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist und medizinisch begleitet wird.
In Österreich ist der assistierte Suizid seit 1. Jänner 2022 möglich, geregelt im Sterbeverfügungsgesetz und nur für dauerhaft schwer oder unheilbar kranke, volljährige Personen. Nötig ist dafür eine Sterbeverfügung, die vor einem Notar oder einem Patientenanwalt errichtet wird, das tödliche Präparat muss selbst eingenommen werden. Die aktive Sterbehilfe, also die gezielte Tötung auf Verlangen, bleibt hierzulande strafbar.