Ab wann Asylwerber mehr zahlen, als sie kosten

Das Land Tirol ließ in einer Studie erheben, welche Kosten durch Asylwerber entstehen und wie sie ausgeglichen werden.

Eigentlich kosten Asylwerber den Staat mehr, als sie an Abgaben leisten. Von 2005 bis 2017 zahlte das Land Tirol durchschnittlich 5 Millionen Euro mehr pro Jahr, als es durch SV-Beiträge, Lohnnebenkosten und Steuern einnahm. Dass das Land auf einem Umweg aber trotzdem mehr einnimmt, zeigt eine Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW).

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von asylsuchenden und asylberechtigten Personen in Tirol beträgt 4,14 Jahre. Sie erhalten um 3.719 Euro mehr an Transfers (Grundsicherung, bedarfsorientierte Mindestsicherung, Arbeitslosengeld), als sie an Steuern und Abgaben bezahlen.

Das große Aber

Aufgrund der Asylwerber entstehen allerdings sogenannte "fiskalische Rückflüsse". Dabei handelt es sich um Sozialabgaben, Lohnnebenkosten, Einkommensteuer und Umsatzsteuer, die durch ihr Komsumverhalten entstehen. Anders ausgedrückt: Asylwerber schaffen oder sichern durchschnittlich 367 Arbeitsplätze pro Jahr – und bringen dem Land Geld in Form von zusätzlichen Steuern.

"Die eingewanderten Personen konsumieren Güter des täglichen Bedarfs – dadurch entstehen zusätzliche Einkommen", erklärt Studienautor Stefan Haigner bei der Präsentation der Ergebnisse.

Ab dem fünften Jahr Nettozahler

Mehr noch: Ab dem fünften Jahr des Aufenthaltes übersteigen Steuern und Abgaben eines Asylwerbers die erhaltenen Transfers. "Ab dem fünften Jahr sind asylsuchende und asylberechtigte Personen jährliche Nettozahlerinnen und Nettozahler in das System", so Haiger. Personen, die mindestens 13 Jahre in Tirol leben, haben in Summe mehr ins System eingezahlt, als sie erhalten haben.

Haigers Fazit: "Je höher das Beschäftigungsausmaß, desto niedriger sind klarerweise die Transferleistungen." Daher müsse man Asylwerber so rasch wie möglich in den Arbeitsmarkt integrieren. "Einerseits reduziert sich dadurch die Höhe der Transferzahlungen vom Staat und andererseits erhöhen sich so die Steuern und Abgaben an den Staat."

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