Tiroler bunkerte Waffen für Weltuntergang

Weil ein 25-jähriger Tiroler riesige Mengen sprengstofftauglicher Chemikalien und Waffen bunkerte, ist er am Freitag zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Beim Prozess am Landesgericht Innsbruck gab der junge Mann an, sich für Weltuntergangsszenarien gerüstet zu haben. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

bunkerte, ist er am Freitag zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Beim Prozess am Landesgericht Innsbruck gab der junge Mann an, sich für Weltuntergangsszenarien gerüstet zu haben. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Richterin Nadja Obwieser begründete den Schuldspruch unter anderem mit der großen Menge an gefundenen Chemikalien im Hundert-Kilo-Bereich. "Mit den Mengen, die die Polizei bei Ihnen zu Hause gefunden hat, wurde beispielsweise im Irak eine Splitterbombe gezündet, die 120 Menschen in den Tod gerissen hat", sagte die Richterin in Richtung des Angeklagten. Dieser meinte vor Gericht, er habe mit den Chemikalien lediglich Silvesterböller basteln wollen.

Mehrere Depots voller Kriegswaffen

Des weiteren wurde der 25-Jährige wegen des Vergehens nach dem Waffen- und dem Sprengstoffgesetz verurteilt. Neben den Chemikalien hatte die Polizei bei einer Razzia eine große Menge an Schusswaffen gefunden. In Erd-Depots hatte der Tiroler außerdem Kriegsmaterialien, etwa Granaten und eine Rohrbombe, gebunkert.

Der Angeklagte bekannte sich zu Prozessbeginn teilweise schuldig. Er habe die Waffen, die Chemikalien und das Kriegsmaterial besessen. Dies sei sein Hobby gewesen, meinte der Tiroler. Ein Verbrechen habe er damit jedoch nie geplant. "Wenn ich geschossen oder Sprengstoff gezündet habe, habe ich immer darauf geachtet, dass niemand in der Nähe ist", sagte der Beschuldigte.

Waffen und Sprengstoff als Krisenwährung?

Gleichzeitig sprach der 25-Jährige jedoch von Weltuntergangsszenarien, in denen die Waffen nützlich sein könnten. "Wenn die Republik nicht mehr in der Lage gewesen wäre, die eigenen Leute zu schützen, hätte ich die Waffen gehabt und falls der Euro zusammenbricht, hätte ich die Waffen als Zahlungsmittel verwendet", erzählte der Tiroler.

Nicht zuletzt aufgrund dieser wirren Aussagen begründete die Richterin schließlich den Schuldspruch. "Nach Ihrer heutigen Verantwortung muss ich davon ausgehen, dass Sie vielleicht ein Verbrechen begangen hätten", sagte Obwieser in Richtung des Angeklagten. Neben der bedingten Haftstrafe wurde der 25-Jährige außerdem zu einer Geldstrafe in der Höhe von 4.320 Euro verurteilt.

Illegales Waffenlager auch in der Steiermark

Ebenfalls am Freitag gab die Polizei . Auf einen anonymen Hinweis hin durchsuchten die Beamten die Häuser von drei Steirern und fanden mehr als 200 Schusswaffen samt Munition, sowie Hieb- und Stichwaffen. Die drei Beschuldigten nannten "Sammlerleidenschaft" als Grund für die Waffendepots.

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