Österreich

Tiroler FPÖ will mit Privat- Detektiv Bettler vertre...

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:28

Nachdem schon in Oberösterreich härter gegen die Bettler-Mafia vorgegangen wird hat sich die Tiroler FPÖ nun zu einer ungewöhnlichen Aktion entschlossen. Die Partei habe einen Privatdetektiv mit Ermittlungen über die "Bettlerszene" beauftragt, erklärte Landesparteiobmann Markus Abwerzger am Dienstag in Innsbruck und legte dabei dessen Bericht sowie umfangreiches Fotomaterial vor.

hat sich die Tiroler FPÖ nun zu einer ungewöhnlichen Aktion entschlossen. Die Partei habe einen Privatdetektiv mit Ermittlungen über die "Bettlerszene" beauftragt, erklärte Landesparteiobmann Markus Abwerzger am Dienstag in Innsbruck und legte dabei dessen Bericht sowie umfangreiches Fotomaterial vor.

Aufgrund der zweimonatigen Ermittlungen habe man nunmehr den Nachweis erbringen können, dass in der Tiroler Landeshauptstadt ausschließlich "eindeutig gewerbsmäßig" gebettelt werde. Dies sei daher nach dem Tiroler Landespolizeigesetz zu ahnden, meinte Abwerzger, im Zivilberuf als Rechtsanwalt und im Innsbrucker Stadtparlament als Gemeinderat tätig ist.

Hinter den "zu Spitzenzeiten" bis zu 17 in Innsbruck tätigen, ausländischen Bettlern stecke eine Organisation, die "streng hierarchische Strukturen" aufweise. Der Privatdetektiv habe dokumentiert, dass die Bettler von ihren "Aufsehern" auf Standplätze verteilt würden. "Die Personen werden genötigt, betteln zu gehen", kritisierte der FPÖ-Chef.

"Weit über 20.000 Euro pro Monat"

Die Bettler würden dann von mehreren Fahrzeugen "eingesammelt" und zu einem Bus gebracht. In diesem fänden dann die Geldübergaben statt. "80 bis 90 Euro" erhalte ein Bettler pro Tag, im Monat kämen so insgesamt "weit über 20.000 Euro" zusammen, erklärte Abwerzger. Viele Bettler würden ihre körperlichen Gebrechen nur vortäuschen. "Am Abend wurden sie dann am Parkplatz gesehen, wie sie quietschfidel mit dem Roller durch die Gegend fahren", sagte Abwerzger. Dieses Verhalten sei strafrechtlich "durchaus in Richtung Betrug zu überprüfen", argumentierte der Tiroler FPÖ-Obmann.

"Am Abend trinken sie fröhlich Bier"

"Es handelt sich um eine organisierte Struktur, die bisher verleugnet wurde. Die sogenannten Krüppel sind keine Krüppel. Sie müssen sogar Schuhe anziehen, die ihnen wehtun. Am Abend trinken sie dann fröhlich ein Bier", meinte FPÖ-Klubobmann, Rudi Federpiel, als "Law and Order"-Mann in dieser Frage in Innsbruck bekannt.

Innsbruck und Tirol seien "kein Sozialamt für osteuropäische Bettler". "Ich rufe die Bevölkerung auf: Gebt den Bettlern nichts". Man könne zwar keinen Zeugen aufweisen, der behauptet, dass er zum Betteln gezwungen wird, aber es stecke jedenfalls eine "mafiöse Struktur" dahinter. Einheimische Bettler seien in Innsbruck hingegen nicht zu finden, behauptete Federspiel.

Kritik an der Polizei

Abwerzger und Federspiel bemängelten auch die Arbeit der Polizei. Wenn diese schärfer vorgehen würde, könne man das "Bettlerunwesen" in Innsbruck abstellen. Die Exekutive würden aber auch die personellen Ressourcen fehlen, räumte Abwerzger ein. Und da das Betteln lediglich eine "Verwaltungsübertretung" darstelle, scheue sie den Aufwand. "Die Polizei ignoriert das im Großen und Ganzen", kritisierte beide unisono.

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