Österreich

Tiroler versteckte wegen 60.000 € tote Mama im Keller

Weil er die Leiche seiner Mutter 15 Monate lang im Keller versteckt und ihre Pension weiter bezogen hatte, landete ein 67-Jähriger nun vor Gericht.
Christine Ziechert
15.03.2022, 12:33

Späte Reue zeigte ein Tiroler gestern, Montag, vor dem Landesgericht in Innsbruck. Der 67-Jährige, der seit 2008 keiner regelmäßigen Tätigkeit nachgeht, war wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs sowie Störung der Totenruhe angeklagt und zeigte sich voll geständig. Als seine Mutter (89) im Juni 2020 eines natürlichen Todes starb, brachte der gebürtige Deutsche die Leiche in den Keller des Wohnhauses, bedeckte sie erst mit Kühlakkus und später mit Katzenstreu, um die Verwesung zu verlangsamen und eine Geruchsbelästigung zu vermeiden.

15 Monate lang ging die Sache "gut", der Sohn bezog monatlich rund 4.000 Euro Pension und Pflegegeld von der Mutter – insgesamt 60.000 Euro. "Ich habe nicht in Saus und Braus gelebt, eigentlich sehr bescheiden", erklärt der 67-Jährige laut "tt.com" vor Gericht. Nach Abzug aller Miet- und Nebenkosten seien ihm 1.000 Euro monatlich geblieben.

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„"Ich habe Panik bekommen, war körperlich, nervlich und geistig ausgebrannt" - Angeklagter vor Gericht“

Verdacht schöpften weder der Briefträger, der die Geldbriefe übergab, noch der zweite Sohn der Frau, der die demenzkranke Mutter im Krankenhaus wähnte. "Ich habe Panik bekommen, war körperlich, nervlich und geistig ausgebrannt. Mir ist aufgegangen, dass ich vor dem Nichts stehe", erklärte der Angeklagte seine Tat vor der Richterin, berichtet "tt.com".

Nur einem neuen Briefträger ist es zu verdanken, dass der Fall schließlich aufflog. Er bestand darauf, den Geldbrief an die 89-Jährige nur persönlich zu überreichen. Als der Sohn dies ablehnte, ging das Geld retour an die Auszahlungsstelle, und die Ermittlungen begannen. Im September 2021 stand schließlich die Polizei vor der Tür, die Leiche wurde entdeckt.

Das Urteil: 15 Monate Haft

Der Verteidiger des Tirolers sprach von "einem Fehler", begangen "in einem kurzen Moment unter dem Eindruck massiver finanzieller Probleme". Weder Richterin noch Staatsanwalt schenkten dieser Aussage Glauben, auch der Schöffensenat sprach den 67-Jährigen schuldig. Das nicht rechtskräftige Urteil: 15 Monate Haft, fünf davon unbedingt. Außerdem muss er die 60.000 Euro zurückzahlen.

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