Hinter dieser Decke kam es zum Todesschuss

Warum musste ein Bundesheerrekrut sterben? Nach dem Schussvorfall in der Kaserne in der Leopoldstadt liegen neue Details vor.
Der 20 Jahre alter Bundesheer-Rekrut starb am Montag in der Kaserne in der Wiener Vorgartenstraße durch einen Schuss aus einem Sturmgewehr. Wie es dazu kam und warum der Schütze abdrückte, ist bisher vollkommen unklar. Ebenso, ob es sich um einen Unfall oder eine Bluttat handelte. Fotos vom Ort des Vorfalls zeigen einen abgedeckten Wachbereich.

Hinter der Abdeckung am Eingang, die aus einer Bundesheer-Decke besteht, liegt ein Container. Es handelt sich um das Wachlokal, in dem der Rekrut starb. Einvernommen wurde bisher ein Wachkommandant. Er sah, wie ein 22-jähriger Wachkommandant-Stellvertreter in den Ruheraum, weiter hinten im Container gelegen, ging. Dort befand sich das Opfer. Dann fiel ein Schuss.

Warum war Gewehr geladen?

Der vorübergehend festgenommene Schütze, ein gebürtiger Salzburger (22), selbst soll vor der Polizei eisern schweigen. Nach weiteren Befragungen am Dienstag soll er mit den Beamten zur Rekonstruktion zurück an den Vorfallsort in der Kaserne gebracht werden. Die Polizei rätselt. Streit habe es zwischen den Beteiligten keinen gegeben. Der Schock in der Kaserne ist groß. Der Schütze sei der "beste Soldat" der letzte Jahre gewesen, berichtet Oberst Michael Bauer von der Aussage seines Ausbilders dem "ORF".

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Eine Antwort verlangt auch die Frage, warum das Gewehr, aus dem der Schuss fiel, überhaupt geladen war. Der Wachdienst sieht vor, dass Soldaten ein halbgeladenes Gewehr tragen. bedeutet: Zwar ist Munition im Magazin, aber keine Patrone in der Kammer der Waffe. Auch wenn die Waffe entsichert wäre, würde so beim Abdrücken kein Schuss fallen. Die Waffe muss also – versehentlich oder absichtlich – geladen worden sein.

(red)

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