Tod von Wiener (62) in ICE: Gaffer schockieren Zeugen

In einem ICE brach bei Hannover plötzlich der 62-jährige Wiener Eckart S. zusammen. In den folgenden 20 Minuten kam es zu unglaublichen Szenen.
Der 62-Jährige war mit dem ICE am Weg von Hamburg nach München, als es beim Bahnhof Hannover zu dem tragischen Zwischenfall kam – "Heute.at" berichtete. Nun kommen weitere Details des dramatischen Vorfalls ans Licht. Zwei Ärzte, Polizisten und Zugpersonal mussten sich zuerst durch eine Wand von Gaffern kämpfen, um mit der Reanimation des Herzinfarkt-Opfers zu beginnen. Doch es kam noch schlimmer.

"Es war beschämend", sagte einer der Retter später. Während die Helfer versuchten, den Österreicher ins Leben zurückzuholen, beschwerten sich daneben stehende Passagiere allen Ernstes, wann es denn endlich weitergehe oder fragten, ob sie noch ihre Anschlussverbindung erreichen würden.

Soldat und Polizist gegen Gaffer

Wie ein Augenzeuge gegenüber "Heute.at" berichtet, kritisierten ein helfender Polizist und ein Bundeswehrsoldat die Gaffer heftig, aber offenbar ohne Erfolg. Die Polizei räumte indes den Bahnsteig in Hannover, der Bundeswehrsoldat versuchte, einen Defibrillator zu finden. Das habe längere Zeit gedauert, da erst im nahen U-Bahnbereich einer gefunden werden konnte.

Weitere Fahrgäste des Zuges meldeten sich gegenüber deutschen Medien. "Dieses pietätlose Verhalten einzelner Fahrgäste ist wohl leider Zeitgeist", zitiert die "Ippen-Digital-Zentralredaktion" einen Passagier. Ein weiterer Zeuge schilderte das Verhalten der Schaulustigen als "pietätlos".

CommentCreated with Sketch.6 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Schweigeminute eingefordert

Nach einer Stunde Reanimation gaben die Retter auf, Eckart S. war nicht mehr zu helfen. Als der ICE schließlich weiter Richtung München fuhr, machte der Zugführer seinem Ärger über die rücksichtslosen Passagiere per Lautsprecher-Durchsage Luft: Er habe noch nie erlebt, dass sich Menschen in einer solch schlimmen Situation derart mies verhalten hätten.

Dann bat er die Fahrgäste um eine Schweigeminute, um des verstorbenen Wieners zu gedenken. Zumindest da zeigten die Passagiere Pietät und waren still.



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