Österreich

Todesfall auf Sprachreise – Kritik an Behörden

Heute Redaktion
13.09.2021, 18:16

Eine Lehrerin (48) war vor mehr als einem Jahr beim Ausflug mit ihren Schülern in Cannes verstorben. Der Veranstalter kritisiert das Krisenmanagement.

Im September 2017 war eine Lehrerin eines obersteirischen Gymnasiums mit ihrer Klasse auf Sprachreise im französischen Cannes. Nach drei Tagen verstarb die 48-Jährige – ein Schock für alle.

Um die Ausnahmesituation möglichst gut zu bewältigen, half der Reiseveranstalter mit, wo er konnte. So habe er laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" dafür gesorgt, dass sich ein Kriseninterventionsteam um die geschockten Schüler kümmert, habe die Todesnachricht dem Ehemann der Verstorben überbracht und ihm bei der Überstelle der Leiche vermittelt.

Offene Rechnungen

Abgesehen davon wurde das Zimmer der Toten behördlich versiegelt. Die Kosten dafür trug der Veranstalter. Diese stellte er dann dem Bildungsministerium in Rechnung, nachdem er von der Schulleitung zunächst eine Abfuhr erhalten hatte. Es gebe kein Budget dafür.

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Die Bildungsdirektion versicherte, sich rasch um die Erledigung zu kümmern. Tatsächlich geschah lange nichts. Der Reiseveranstalter blieb auch nach einem Jahr noch auf den offenen Rechnungen von knapp 848 Euro sitzen.

Im Stich gelassen

Erst, nachdem der Fall in den Medien landete, hat sich das Ministerium gemeldet und sich für die Verzögerung seitens der Bildungsdirektion entschuldigt. Außerdem habe man sich für den Einsatz des Veranstalters bedankt und die Rechnung schließlich am 31. Jänner 2019 beglichen. Der "Kleinen Zeitung" schilderte der Betroffene, dass es ihm nicht um das Geld gegangen sei, sondern vor allem um die Art und Weise, wie der unangenehme Fall gehandelt wurde.

Denn, abgesehen von den offen gebliebenen Rechnungen, prangerte der Veranstalter das Krisenmanagement der Schule an. Man habe sich auf die Begleitlehrerin und eine weitere steirische Schulklasse, die zeitgleich vor Ort war, verlassen – dabei hätte sich der Dienstgeber seiner Ansicht nach um einen Ersatz bzw. eine ordentliche Betreuung der Hinterbliebenen kümmern müssen.

Diese Vorwürfe weist die Direktion zurück. Immerhin habe sich der tragische Todesfall am vorletzten Tag ereignet und die Betreuung durch die Pädagogen der zweiten Schule und der zweiten Begleitlehrerin gut funktioniert. Alles Weitere lag nach Ansicht der Schule dann in den Händen der Bildungsdirektion. (ek)