Malaria-Erreger in Spenderblut nachgewiesen

Wie das Rote Kreuz bestätigt, konnte der Malaria-Erreger in der Blutkonserve, die eine Kärntnerin im Zuge einer Hüft-OP erhalten hatte, nachgewiesen werden.
In Kärnten wurde eine Patientin über eine Blutkonserve mit Malaria infiziert. Die Frau, die wegen einer Hüftoperation im Krankenhaus der Elisabethinen in Klagenfurt stationiert war, ist wenig später an Malaria verstorben.

Nach einem Test der verabreichten Blutkonserven in einem Speziallabor steht fest, was bereits vermutet wurde: In einer der Proben konnten Malaria-Erreger nachgewiesen werden. Es ist dies der erste Fall, bei dem in Österreich eine Malaria-Infizierung durch Blutkonserven erfolgt ist.



Malaria ist eine Erkrankung, die durch einzellige Parasiten (Plasmodien) hervorgerufen wird. Sie ist nach wie vor die bedeutendste Tropenkrankheit und kommt weltweit in über 100 Ländern gehäuft vor.

In Österreich treten jährlich zwischen 50 und 100 Malariafälle auf. Dies sind importierte Krankheitsfälle - durch Fernreisen in Malariagebiete, meist auf Verweigerung der Prophylaxe oder ganz selten auf Versagen des Medikamentes rückführbar.

Die Erreger (Plasmodien) werden meist durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen. Sehr selten kann Malaria auch durch Bluttransfusionen, Verwendung von gebrauchten Spritzen oder im Rahmen einer Geburt von einer infizierten Mutter auf das Kind übertragen werden.

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"Das ist ein wirklich tragischer Fall, unser tiefstes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen. Dem Roten Kreuz ist es ein großes Anliegen, hier komplette Klarheit zu erlangen und wir werden selbstverständlich unser Möglichstes dazu beitragen", versichert Dr. Albert Sima, ärztlicher Leiter der Blutspendezentrale des Kärntner Roten Kreuzes in Klagenfurt, in einer Aussendung am Donnerstag.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden nun der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt übergeben und weitere Schritte eingeleitet.



Das Rote Kreuz betont, dass von der Blutspendezentrale für Kärnten alle gesetzlichen Vorgaben jederzeit peinlich genau eingehalten werden. Wie bereits berichtet, werden Blutkonserven in Österreich nicht auf Malaria getestet, da der Überträger der Krankheit in Mitteleuropa nicht heimisch ist und es damit für Personen, die nicht im Ausland waren, keine Risikoexposition gibt. Stattdessen wird das Vorliegen eines Risikos mit der Frage nach Auslandsaufenthalten in den letzten sechs Monaten im Zuge eines Spenderfragebogens erfasst.

Hier wird auf die Ehrlichkeit der Spender vertraut. "Das Rote Kreuz geht davon aus, dass Blutspender, die freiwillig und unbezahlt etwas Gutes tun möchten, die Fragen im Spenderfragebogen nach bestem Wissensstand beantworten", heißt es.

In Österreich unterliegen Blut und die daraus hergestellten Medikamente dem Arzneimittelgesetz. Ein Blutspender wird vor jeder Spende nach einer Vielzahl von Infektionsrisiken befragt und das Blut auf verschiedenste Parameter getestet – lesen Sie mehr dazu hier.

(ek)

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