Rund ein Drittel der Fußgänger-Unfälle in Wien passiert auf Zebrastreifen, wie eine aktuelle Verkehrs-Club-Österreich (VCÖ)-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In der dunklen Jahreszeit nimmt der Anteil zu.
In Wien gab es im Jahr 2021 genau 317 Verletzte und ein Todesopfer. 2020 waren es 338 Verletzte, keine Toten und 2019 genau 458 Verletzte und drei Todesopfer. In Vorarlberg und Wien ist der Anteil der Unfälle österreichweit am höchsten: In Vorarlberg ereignen sich 35,0 Prozent aller Fußgängerunfälle am Zebrastreifen. In Wien sind es 33,4 Prozent.
Der VCÖ erinnert deshalb eindringlich an die Straßenverkehrsordnung. Diese besagt: Autofahrer dürfen sich "einem Schutzweg nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern, dass das Fahrzeug vor dem Schutzweg anhalten kann“. Mit einer gesteigerten Verkehrsberuhigung und mit der Durchsetzung von Tempo 30 statt 50 überall, würde die Sicherheit der Fußgängerinnen und Fußgänger erhöht werden.
Erst diese Woche wurde in Penzing eine 75-jährige Fußgängerin von einem Lkw am Zebrastreifen angefahren und getötet. Es war heuer bereits der dritte tödliche Unfall dieser Art. Im August wurde in Brigittenau eine 85-Jährige Fußgängerin niedergefahren, im Juli in Floridsdorf eine 70-Jährige Fußgängerin – jedes Mal von Klein-Lkw.
Im Zeitrahmen von 2019 bis 2021 wurden in Wien bei rund 1.100 Unfällen an Fußgängerüberwegen 1.117 Fußgängerinnen und Fußgänger verletzt, davon vier tödlich, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Insgesamt passierten in diesen drei Jahren 37 Prozent der Fußgängerunfälle in Wien auf Schutzwegen, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
"Aber wo Menschen unterwegs sind, passieren Fehler. Deshalb ist es wichtig, das Verkehrssystem so zu gestalten, dass ein Fehler keine fatalen Folgen hat. Das heißt konkret, niedriges Tempo, mehr Tempo 30 statt 50 und mehr Verkehrsberuhigung insbesondere in Wohngebieten“, betont Schwendinger. Die größte Opfergruppe bei schweren Fußgängerunfällen sind Seniorinnen und Senioren. Für sie wäre mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet eine wichtige Sicherheitsmaßnahme.