Direkt nach dem Terroranschlag in Stockholm am Freitag wurde von der Polizei ein Verdächtiger festgenommen, eine zweite Person in den frühen Morgenstunden des Samstags. Details nannten die Behörden bisher keine, allerdings soll es sich bei einem der beiden Festgenommenen um den Lenker des Lastwagens handeln, der in eine Menschenmenge raste.
Die Behörden bestätigten, dass der Lenker des Lastwagens festgenommen wurde und es sich um einen 38-jährigen, mutmaßlichen Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) handle. Ob es sich um den am Freitag oder am Samstag festgesetzten Verdächtigen handle, ließ die Polizei dabei offen. Laut Medienberichten soll der Lenker in Märsta im Norden von Stockholm festgenommen worden sein. Der Zeitung "Aftonbladet" zufolge handelt es sich um einen Usbeken, der ein Anhänger des IS sei.
"Mord durch einen Terrorakt"
Der Mann stehe unter dem Verdacht "des Mordes durch einen Terrorakt", sagte Sprecherin Karin Rosander weiter. Sie machte keine Angaben dazu, ob es sich bei dem Mann um den Fahrer des Lastwagens handelt. Die Staatsanwaltschaft machte auch keine näheren Angaben zur Identität des Mannes, aber seine Personenbeschreibung passt auf die eines am Anschlagsort gefilmten Mannes, der zur Fahndung ausgeschrieben wurde.
Ein weiterer Mann war später am Freitagabend in einem Vorort von Stockholm festgenommen worden. Der Sender "SVT" berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, dass es möglicherweise eine Verbindung zwischen den beiden Männern gibt. Ebenso ist noch offen, ob es weitere Komplizen bei der Tat gab.
Die Geschehnisse
Auf einer zentralen Einkaufsstraße in Stockholm ist ein Kleinlaster am Freitag gegen 15 Uhr in eine Menschenmenge gerast. Der von Behörden als Terroranschlag eingestufte Vorfall kostete drei Menschen das Leben, eine vierte Person starb in der Nacht auf Samstag. Der Laster wurde zuvor in einer Brauerei gestohlen.
Quelle: Twitter
Der Terrorakt ereignete sich in Drottningaten, einer beliebten Fußgängerzone im Zentrum der Stadt. In der schwedischen Hauptstadt herrschte Ausnahmezustand: Die U-Bahn wurde gesperrt, Polizeihubschrauber kreisten, Straßensperren wurden errichtet. Laut dem öffentlich-rechtlichen TV-Sender "SVT" fielen auch Schüsse, bisher gab es dazu keine Stellungnahme.
Polizei warnte Bürger
Auf TV-Bildern waren dunkle Rauchwolken über dem Vorfallsort zu sehen, durch den Anschlag soll sich ein größerer Brand entwickelt haben. Verletzte wurden direkt auf der Straße behandelt, Tote abgedeckt, die Lage zeigte sich chaotisch und vollkommen unübersichtlich.
Polizisten am Anschlagsort schrien aus Einsatzfahrzeugen Warnungen vor einem Terrorakt - die Bevölkerung wurde aufgerufen, in geschlossenen Räumen zu bleiben und nicht ins Zentrum Stockholms zu fahren. Bis Samstag hatte die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. (rfi)