Im Dezember 2012 wurde eine Inderin in einem Bus brutalst von mehreren Männern vergewaltigt. Die Frau starb anschließend. Der Fall löste brutale Proteste in Indien und Betroffenheit überall sonst auf der Welt aus. Nun wurden einige der Täter verurteilt.
Der Fall löste brutale Proteste in Indien und Betroffenheit überall sonst auf der Welt aus. Nun wurden einige der Täter verurteilt.
. Der inzwischen 18-Jährige wurde noch nach dem Jugendstrafgesetz abgeurteilt. Er fasste zwar die Höchststrafe aus, diese beträgt aber nur drei Jahre. Die Hinterbliebenen des Todesopfers waren entsetzt, in Indien wurde wegen des milden Urteils heftigst diskutiert.
Nun kamen vier weitere Täter vor den Kadi. Sie wurden vom Gericht schuldig gesprochen. Das teilten sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft vor dem Gerichtssaal in der indischen Hauptstadt Neu Delhi mit. Das Gericht in Neu Delhi sah es am Dienstag als erwiesen an, dass die Männer die junge Frau in einem Bus entführten, vergewaltigten und so schwer verletzten, dass sie später starb. Das Strafmaß wird Richter Yogesh Khanna in den kommenden Tagen verkünden.
Staatsanwalt: Tod "angemessen"
Den Tätern droht die Todesstrafe, die der Staatsanwalt am Mittwoch auch forderte. "Die angemessene Strafe ist nichts weniger als der Tod", sagte Sonderstaatsanwalt Dayan Krishnan am Mittwoch dem Gericht, das nach dem Schuldspruch der vier Angeklagten wegen Mordes am Vortag nun über das Strafmaß entscheiden muss. Die Tat habe "das kollektive Gewissen" schockiert, sagte Krishnan.
"Kein Element von Sympathie"
Es gebe "kein Element von Sympathie" angesichts der Art und Weise, wie die hilflose Frau gefoltert wurde, sagte der Staatsanwalt. Er verwies zur Begründung für seine Strafforderung unter anderem auf die Hinrichtung eines Mörders und Vergewaltigers 2004. Die vier Angeklagten nahmen seine Ausführungen ohne äußere Regung hin, während die Mutter des Opfers aufmerksam zuhörte. Der Anwalt eines der Angeklagten forderte dagegen lebenslange Haft. Dies sei die Regel und die Todesstrafe sei die Ausnahme.
Die zwischen 19 und 26 Jahre alten Männer hatten ihre Schuld bestritten. Erst gegen Ende des Prozesses erklärte einer von ihnen laut seinem Anwalt, er habe den Bus gefahren, aber von den Vorgängen auf der Rückbank nichts mitbekommen. Nun wurden die Männer laut Staatsanwalt in allen Anklagepunkten wie Mord, Gruppenvergewaltigung, Entführung und Zerstörung schuldig gesprochen.
Ein sechster Angeklagter, der als Anführer der Bande galt, wurde unter noch ungeklärten Umständen erhängt in seiner Gefängniszelle gefunden.
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Die Chronologie der tödlichen Vergewaltigung
Sexuelle Übergriffe auf Frauen wurden in Indien lange verharmlost oder totgeschwiegen. Doch die Vergewaltigung einer Studentin Ende 2012 löste eine Protestwelle aus.
16. Dezember 2012: In einem Bus in Neu Delhi vergewaltigen und foltern sechs Männer eine 23-jährige Studentin und verprügeln ihren Freund. Am Folgetag nimmt die Polizei vier Verdächtige fest, später zwei weitere. Die Frau schwebt in Lebensgefahr.
18. Dezember: Demonstranten verlangen die Todesstrafe für Vergewaltiger. Die Opposition fordert im Parlament schärfere Gesetze.
23. Dezember: Bei gewalttätigen Protesten gibt es mehr als 100 Verletzte.
27. Dezember: Der Zustand des Opfers verschlechtert sich. Die Frau wird nach Singapur ausgeflogen, wo sie am 29. Dezember stirbt.
3. Jänner 2013: Die Justiz erhebt gegen fünf Beschuldigte Anklage wegen Mordes, Vergewaltigung und Entführung. Ihnen droht die Todesstrafe. Das Alter des sechsten Beschuldigten wird geprüft.
21. Jänner: Die mutmaßlichen Vergewaltiger stehen in Neu Delhi für erste Anhörungen vor einem der neuen Schnellgerichte, die nach dem Tod der Studentin eingerichtet worden waren.
28. Jänner: Ein Jugendgericht bescheinigt einem Beschuldigten, dass er nicht volljährig ist. Damit drohen ihm maximal drei Jahre Haft.
2. Februar: Bei einer Anhörung plädieren die Angeklagten auf nicht schuldig. Indien verschärft die Strafen für sexuelle Gewalttäter. Nun reichen sie von mindestens 20 Jahren Haft bis zur Todesstrafe.
5. Februar: Der Prozess gegen fünf Beschuldigte beginnt.
11. März: Der mutmaßliche Drahtzieher wird erhängt in seiner Zelle gefunden.
11. Juli: Das erwartete Urteil gegen den zur Tatzeit 17-Jährigen wird zunächst um zwei Wochen und dann erneut mehrfach verschoben.
28. August: Vergewaltiger sollen in Indien mit dem Versprechen, das Opfer zu heiraten, keine Strafmilderung mehr bekommen. Das habe das Verfassungsgericht entschieden, berichtet die "Times of India".
31. August: Der zur Tatzeit 17-Jährige wird zu drei Jahren Jugendarrest verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
APA/red.