Oberösterreich

Todkranker Karl (65) wollte noch einmal an den Attersee

Einmal noch den Attersee sehen. Das war der letzte Wunsch von Karl K. (65) aus Linz. Der Verein "Rollende Engel" machte es möglich.

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Karl am Attersee im Kreise seiner Familie. Der Verein "Rollende Engel" erfüllte ihm seinen allerletzten Wunsch.
Karl am Attersee im Kreise seiner Familie. Der Verein "Rollende Engel" erfüllte ihm seinen allerletzten Wunsch.
Rollende Engel/zVg

Einer der drei Söhne von Karl K. (65) aus Linz meldet sich beim Verein "Rollende Engel". Sein Vater sei schwerkrank und habe den sehnlichen Wunsch, noch einmal ein letztes Mal den Attersee, den Ort seiner Jugend, zu besuchen. Am 10. Dezember vergangenen Jahres erhielt K. die Diagnose Gehirntumor, wurde auch operiert. Doch sein Zustand verbesserte sich nicht. Er hat Krebs im Endstadium. 

Nur zwei Tage nach der Kontaktaufnahme durch den Sohn fand nun am vergangenen Sonntag die Wunschfahrt statt. "Wir durften Karl gleich in der Früh von zu Hause abholen, wo er und seine Familie schon aufgeregt auf uns warteten. Mit Musik wurden wir vor dem Haus empfangen. Sein bester Freund ist Musiker und spielte mit seiner Knopferlharmonika ein Ständchen. Vor seiner schweren Krankheit spielte Karl noch selbst", erzählt Florian Aichhorn (41) vom Verein "Rollende Engel". 

Über den Verein -Rollende Engel-
Der Verein erfüllt schwerkranken Personen kostenlos ihren letzten Wunsch und wird ausschließlich durch Spenden und Patenschaften finanziert. Organsiert und durchgeführt werden die Wünsche von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Den Transport mit dem "Rollenden Engel" übernehmen ausgebildete Helfer. Sollte medizinische Betreuung benötigt werden, stehen ebenfalls Ärzte oder diplomierte Krankenschwestern ehrenamtlich zur Verfügung und begleiten die Fahrt.
Der Verein wurde am 1. Jänner 2020 gegründet. 
Für Spenden: 
SPENDENKONTO
Verein -Rollende Engel-
Raiffeisenbank Wels
AT79 3468 0000 0303 9500
(bitte Name und Adresse nicht vergessen)
Kontaktformular und mehr Infos auf www.rollende-engel.at

Warm eingepackt ging es im Wunschmobil dann Richtung Attersee - die Familie fuhr mit mehreren Autos hinterher. "Karl war gut drauf, strahlte über das ganze Gesicht und erzählte während der Fahrt über die Zeit in dem Haus dort am See." K. hatte im Feriendomizil in Litzlberg einen Großteil seiner Jugend verbracht. 

Dort angekommen wurde eines klar: das Haus von damals steht leider nicht mehr, aber die Erinnerungen an die schöne Zeit von damals wurden dennoch wieder wach. Bei einer herrlichen Bauernjause, Eis, Kuchen und Kaffee sowie unter Begleitung der Knopferlharmonika und Gitarre konnte die Familie in Attersee noch einmal die Sonne genießen. Einer der Söhne des 65-Jährigen war sogar via Skype live aus Shanghai zugeschalten.

"Auch wenn es keine einfache Situation ist, auch für uns war es gestern ein wunderschöner Tag", so Aichhorn im Gespräch mit "Heute". Für den Verein war der Ausflug an den Attersee etwas Besonderes - seit vielen Monaten das erste richtige Erlebnis, seit Beginn der Pandemie, das auf die Füße gestellt werden konnte. Corona mache es schwer, größere Wünsche zu planen, erklärt Aichhorn.