Nur noch eine Prüfung, dann wäre ihr Jus-Studium beendet gewesen: Doch dieses Ziel erreichte Desiree P. aus Gars (Bez. Horn) nicht mehr. Die 24-Jährige war daheim, lernte und dürfte sich zur Beruhigung einen Tee aus Eibennadeln zubereitet haben. Stunden später wurde die Studentin von ihrem Bruder tot gefunden.
Tödlich endete die Prüfungsvorbereitung von Desiree P. (Foto) aus Gars am Kamp im Waldviertel.
Die 24-Jährige - sie hatte erst am 15. August geheiratet - dürfte geglaubt haben, dass Eibennadeln die Nervosität nehmen, wenn man daran knabbert. Über die hochtoxische Wirkung der weichen Nadeln wusste sie nicht Bescheid. Auch ihr Bruder, ein praktischer Arzt, konnte ihr nicht mehr helfen. Er fand seine Schwester tot. Sie starb an Herzinfarkt.
Bereits eine geringe Menge ist tödlich, warnt Primar Otto Braun vom Spital in Gars davor, Eibennadeln zu essen. Auch die roten Früchte sind giftig.
Offenbar hatte die Studentin aber nicht nur an den Eibennadeln geknabbert, sondern sich daraus einen Tee gebraut. Wie viel sie davon getrunken hat, weiß niemand. Sie hat das Geheimnis mit ins Grab genommen, so eine enge Bekannte.
Die Menschen im Luftkurort sind über den Tod der jungen Frau erschüttert. Es ist immer furchtbar tragisch, wenn ein junger Mensch stirbt, so Bürgermeister Martin Falk.
Desiree P. galt als sehr naturverbunden. Sie war seit ihrem 10. Lebensjahr bei den Pfadfindern und sehr beliebt.