2:2! Ried steht am Sonntag in der letzten Runde der Bundesliga-Gruppenphase schon mit einem Fuß in den Top 6. In den Schlussminuten fliegt Goalie Samuel Sahin-Radlinger mit Glattrot vom Platz. Sturm erzielt noch den Ausgleich. Weil Rapid (3:0 gegen Klagenfurt) und die Austria (2:1 bei der Admira) gewinnen, stehen die Wikinger mit leeren Händen da.
Die Enttäuschung ist nach dem Abpfiff riesig. Die Oberösterreicher liegen minutenlang auf dem Rasen. Bei den ersten Interviews vor dem "Sky"-Mikrofon wird deutlich, dass ihnen vor allem die Szene aus der 80. Spielminute nicht aus den Köpfen gehen will.
Sahin-Radlinger verschätzt sich bei einem Ausflug, bringt Gegenspieler Anderson Niangbo zu Fall. Schiedsrichter Julian Weinberger zeigt ihm die Rote Karte. Videoassistent Gerhard Grobelnik bestätigt seine Entscheidung. Das können die Oberösterreicher nicht nachvollziehen.
Sahin-Radlinger: "Wenn ich das so sehe, könnte ich heulen. Das ist nicht Rot." Er gibt sich im nächsten Moment aber selbstkritisch: "Aber ich darf einfach nicht rausgehen auf den Ball. Jetzt ist es umso bitterer. Ich könnte heulen. Ich bin natürlich extrem enttäuscht, weil zum Schluss die Aktion war und ich dadurch die Mannschaft geschwächt habe."
Im Studio stimmt Experte und Ex-ÖFB-Star Martin Stranzl zu: "Das ist nie und nimmer Elfmeter. Mich würde interessieren, wie das im Spielbericht des Schiedsrichters erklärt wird." Der ehemalige Verteidiger ärgert sich, dass es die Bestätigung durch den VAR "noch schlimmer" mache.
Tatsächlich war das Foul des Keepers zwar unstrittig, aber weder ein brutales Vergehen, noch war Sahin-Radlinger zu diesem Zeitpunkt der letzte Mann. Zwei Verteidiger hätten noch rettend eingreifen können. Die Entscheidung auf Glattrot ist äußerst strittig. Zu zehnt haben die Rieder ihre Führung und somit das Ticket für die Meistergruppe aus der Hand gegeben. Der Frust der Oberösterreicher ist wohl nicht nur für Stranzl nachvollziehbar.