Zu Beginn der neuen Woche erreicht von Norden her eine markante Kaltfront den Alpenraum, dabei gehen vor allem in mittleren Höhenlagen die Temperaturen spürbar zurück. Im Zusammenspiel mit einem Randtief über Norditalien fällt zudem häufig Regen bzw. entlang der Nordalpen immer häufiger Schnee.
Der Montag bringt dichte Wolken und aus Westen breitet sich rasch Regen auf das gesamte Land aus. Tagsüber regnet es zeitweise kräftig, dabei sinkt die Schneefallgrenze von Nordwesten her von anfangs 1.500 bis 2.000 Meter bis zum Abend gegen 700 Meter ab.
In der Nacht schneit es dann in den Nordalpen bis in die Täler, dabei lässt die Intensität jedoch rasch nach. Der Wind frischt im Laufe des Tages verbreitet lebhaft bis kräftig aus Nordwest auf.
Doch wie geht es mit dem Wetter genau weiter? "Heute" wollte es genau wissen und fragte bei UBIMET-Experte Konstantin Brandes nach. Im Interview erklärt der Meteorologe, worauf sich Österreich in den nächsten Tagen genau einstellen muss.
Konstantin Brandes: "Am Montag erreicht uns eine markante Kaltfront aus Norden, dahinter strömt Polarluft zu den Alpen. Der Temperaturrückgang ist durchaus beachtlich: in 1.500 Meter - so zum Beispiel auf der Rax - gab es am Sonntag noch +12° und am Dienstag nur noch -4°. Die Temperaturen sacken also in der Höhe um rund 15 Grad ab. Ganz so extrem wird der Temperaturrückgang im Flachland aber nicht. Zur Kaltfront versorgt uns am Montag ein Italientief mit feuchter Luft und Regen."
Aktuell regnet es praktisch im ganzen Land. Bis dato sind am Loibl an der Grenze zu Slowenien schon mehr als 80 l/m² zusammengekommen, 35 l/m² waren es in Klagenfurt und 18l/m² in Zeltweg.
Am Montag fällt Schnee zunächst nur im Hochgebirge über 2.000 Meter, im Laufe des Nachmittags und Abends sinkt die Schneefallgrenze von Norden her aber immer weiter ab. Abends ist dann in den Nordalpen schon Schneefall oberhalb von 700 bis 900 Meter ein Thema und kommende Nacht fallen hier sogar bis 500 oder 600 Meter hinab einige Flocken.
In den nächsten Tagen ist Schnee in Wien kein Thema, selbst im Wienerwald reicht es in der kommenden Nacht wohl nur für ein paar Flocken. Spannend wird es in Wien dann am Freitag und Samstag! Ein Italientief lenkt sehr feuchte Mittelmeerluft zu uns, gleichzeitig haben wir ja die recht kalte Luft. So könnte (Konjunktiv!) es zum Wochenende hin die ersten Schneeflocken auch in der Bundeshauptstadt geben, wenn alles passt sogar die erste dünne Schneedecke.
Aktuell gibt es ein paar Starkregenwarnungen von Kärnten bis zum Burgenland, allerdings nur der Stufe Orange. Selbiges gilt für den Wind, der ab Montagnachmittag bis Dienstagfrüh in den typischen Regionen von Wien bis zum Grazer Bergland stürmisch auffrischt. In Summe erwarten wir aber keine nennenswerten Auswirkungen des Wettersturzes.
Bis auf Weiteres bleibt es jetzt mal kalt. Am Dienstag wird der erste Tag des heurigen Herbstes, an dem es in ganz Österreich unter 10° bleibt. Und in dieser Tonart geht auch weiter. Am Mittwoch erwarten wir z.B. maximal +8°, am Freitag +4° als absoluten Höchstwert und am Samstag gar nur noch +2°. Erst im Laufe der nächsten Woche könnte die Strömung wieder mehr auf West drehen und uns vom Atlantik mildere Luft erreichen.
Auch wenn die Weihnachtsmärkte offen haben und die Lebkuchen gefühlt seit August verkauft werden, können wir dazu noch rein gar nichts sagen. Erste halbwegs valide Prognosen sind etwa sieben bis zehn Tage vor Weihnachten möglich. Bis dahin bitten wir noch um etwas Geduld.