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Top-Gaming-Stadt – 38 Spieleentwickler werkeln in Wien 

Wien ist ein Hotspot der Gaming-Branche – auch was die Arbeitsplätze betrifft. Das Berufsfeld boomt, wie ein neuer Bericht aufzeigt.

Rene Findenig
Top-Gaming-Stadt – 38 Spieleentwickler werkeln in Wien
Wiener arbeiten an gigantischen Games mit – etwa Mi'pu'mi Games an "Anno 1800 Console Edition".
Ubisoft

Unter dem Titel "Gaming als Wirtschaftsfaktor" gaben Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Wien, und Martin Filipp, Vorsitzender von Pioneers of Game Development Austria und COO des Spielentwicklungsstudios Mi’pu’mi Games, jüngst neue Einblicke in die Videospielbranche. Rund 23.000 Beschäftigte zählt die Branche Software und Games – in 3.700 Unternehmen wird ein Umsatz von 5,3 Milliarden Euro erzielt – fast doppelt so viel wie in der Werbung.

"Die Betriebe konnten sogar während der Hochzeit der Corona-Pandemie ein Wachstum verzeichnen. Sie profitierten davon, dass sich die Menschen zu Hause stärker mit IKT, Software und Gaming beschäftigten", sagte Heimhilcher. So kam es in den Jahren von 2020 bis 2022 in diesem Branchenzweig der Kreativwirtschaft zu einem Anstieg von 18 Prozent bei den Beschäftigten und es setzte sich die dynamische Entwicklung der vorangegangenen Jahre fort. Interessant ist aber auch die Besetzung der Branche.

    Zum ersten Mal nach drei Jahren Pandemiepause lud die Game City wieder ins Wiener Rathaus.
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    Denise Auer

    Sicherer Job, überdurchschnittliche Bezahlung

    "Wir haben eine sehr hohe Akademikerquote und einen sehr niedrigen Altersschnitt. Zwei Drittel der Mitarbeiter sind jünger als 34 Jahre", erklärte Filipp. In Wien gibt es laut dem Experten 38 Spieleentwicklungsfirmen. "Es ist eine sichere und zukunftsweisende Branche. Die Verdienstmöglichkeiten sind überdurchschnittlich gut", sagt Filipp. Der Sektor Gaming sei "klar als Ausbildungsbranche" definiert. Es gebe eine enge Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätten in Wien, aber auch in Graz, Hagenberg und Salzburg.

    An der TU Wien werden zudem Game Design und Game Production im Rahmen eines Studiums gelehrt. Und: International sei die österreichische Gaming-Industrie sehr gut positioniert, denn: "Der Heimmarkt ist zu klein, wir haben eine Exportquote von 85 Prozent", sagt Filipp. Der Hauptanteil des Umsatzes werde auf digitalen Plattformen generiert. "Diese Plattformen agieren weltweit – von Nordamerika bis Südostasien – und man erreicht dort mit seinen Produkten ein weltweites Publikum", hieß es.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Wien ist mit 38 Spieleentwicklerfirmen ein Hotspot der Gaming-Branche, die trotz der Corona-Pandemie ein starkes Wachstum verzeichnet
    • Mit einem Umsatz von 5,3 Milliarden Euro und einer Exportquote von 85 Prozent ist die österreichische Gaming-Industrie international gut positioniert und bietet überdurchschnittlich gut bezahlte Arbeitsplätze, die vor allem von jungen Akademikern besetzt sind
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