Antiterror-Fahnder stürmten in Niedersachsen und NRW mehrere Wohnungen, nahmen fünf Männer fest. Darunter auch einer der radikalsten Salafisten: Abu Walaa alias Ahmad Abdelazziz A. (32), der Prediger ohne Gesicht.
Antiterror-Fahnder stürmten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mehrere Wohnungen und nahmen dabei fünf Männer fest. Darunter auch einer der radikalsten Salafisten: Abu Walaa alias Ahmad Abdelazziz A. (32), der "Prediger ohne Gesicht".
Seit Monaten ermitteln deutsche Behörden gegen das Schleusernetzwerk, das für die Terrororganisation IS Kämpfer rekrutiert hat.
In Dortmund nahm die Polizei laut "Süddeutsche Zeitung" neben Abdelazziz zwei weitere Prediger fest, die ebenfalls zu seinem salafistischen Netzwerk gehören sollen. Die Männer sollen bei Hasspredigten in privaten Wohnungen für IS geworben und zur Ausreise in den Dschihad insbesondere nach Syrien und den Irak aufgerufen haben. Im Haftbefehl wird den fünf Islamisten die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.
Abu Walaa
Hassprediger Abu Walaa wurde bekannt durch Propaganda im Internet. Ähnlich wie Pierre Vogel gilt er als Idol in der Islamisten-Szene. Abu Walaa ist aber im Gegensatz zu Vogel und anderen Predigern erklärter Anhänger des IS und lobt deren Gräueltaten. Deshalb kam es auch zum Bruch zu Pierre Vogel, mittlerweile wird er ja von anderen noch radikaleren Islamisten mit dem Tode bedroht. Walaa predigte meist in der bekannten Salafisten-Moschee in Hildesheim.
IS-Rückkehrer verriet Hintermänner
Nach Medienberichten hatten die Aussagen eines 22-jährigen IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil an den Festnahmen. Der junge Mann war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im ISIS-Gebiet in Syrien in die Türkei geflohen und hat sich nach eigenen Aussagen von der Terrormiliz losgesagt.
Bevor er Ende September nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe der Mann „NDR“, „WDR“ und „SZ“ in der Türkei ein Interview gegeben, in dem er den Iraker „Abu Walaa“ schwer belastet und als „die Nummer 1 von ISIS in Deutschland“ bezeichnet habe.