Marc Janko schoss 28 Tore für Österreich. Im "Heute"-Interview spricht der Sky-Experte Klartext.
Geisterspiele:"Ich war skeptisch. Doch der Raucher greift ohne Zigarette auch zum Nikotinpflaster. Der Fußball verliert alles, was ihn groß gemacht hat - Emotionen, den Austausch mit Fans. Er verliert mehr als 50 Prozent seiner Attraktivität. Aber: Geisterspiele sind ein nötiger Kompromiss, es geht um die Existenz der Clubs."
Niveau:"Die Qualität wird sinken. Die Spieler hatten acht, neun Wochen kein Teamtraining. Diese Matchintensität kannst du nicht simulieren. Darum glaube ich, dass der Level nicht 90 Minuten gehalten werden kann. Die Fehlerquote wird steigen, wenn die Müdigkeit nach 60 oder 70 Minuten einsetzt."
Matches:"Es wird nicht wie bei einem Trainingsspiel. Jeder Spieler weiß, um was es geht. Auch größere Clubs werden sich von Leistungsträgern verabschieden. Es geht für alle um die Existenz."
Torjubel:"Es ist skurril, wenn dir vorgeschrieben wird, wie du jubeln darfst. Wir werden den Torschützen vor dem Jubel beim Nachdenken zusehen können."
Neue Fußball-Welt: "Meisterfeier daheim mit der Frau: Kann auch schön sein, ist aber anders. Es werden vermehrt junge Spieler zum Einsatz kommen, weil nicht das Geld für teure Legionäre da ist. Corona ist wie eine kurze Pest. Der Fußball wird aber mittelfristig in das System des ständigen Wachstums zurückkehren."
Meister: "Der LASK! Das Argument, dass ihnen die Luft ausgeht, gilt jetzt nicht mehr. Die Akkus sind voll aufgeladen. Salzburg ist am besten für die Zeit nach Corona aufgestellt. Durch die Abgänge von Haaland und Minamino ist aber was passiert im Team. Das Selbstverständnis ist weg."
Corona-Lehren:"Es wurde ein vermeintlich sicheres System aus den Angeln gehoben. Überrascht haben mich die geringen Rücklagen der Fußball-Clubs."